Im Umfeld des Propsteihofes wurde der Fuchs zuletzt häufiger gesichtet. Auch an beliebten Orten wie dem Hansa- oder dem Friedensplatz hatte er wenig Scheu vor Menschen. © privat
Tierschutz

Problemfuchs in der Dortmunder City: Ruf nach dem Stadtjäger wird laut

Ein Fuchs taucht seit Wochen immer wieder an verschiedenen Orten in der City auf – im Stadtgarten, auf dem Wall, im Propsteihof. Für manche ist das Tier zum Problem geworden.

Bei Stephan Jabs, als Stadtjäger ehrenamtlich für die Untere Jagdbehörde im Einsatz, hat in den letzten Wochen häufiger das Telefon geklingelt. Am anderen Ende der Leitung waren unter anderem das Oberbürgermeisteramt, die Polizeileitstelle, der Tierschutzverein und das Sekretariat der katholischen Propstei-Gemeinde in der City. Immer wieder ging es um dasselbe: den Fuchs, der sich seit Wochen in der Dortmunder Innenstadt herumtreibt – und der deshalb offensichtlich zum Problem geworden ist.

So haben sich die Anwohner des Propsteihofes beim Küster besorgt über die Anwesenheit des Fuchses geäußert. Das Tier halte sich in den privaten Gärten der Propsteibewohner auf und flüchte höchstens unter die Treppe, wenn ihm Menschen näher kämen. Es bestehe die Sorge, dass er auch in die Gebäude laufen könne, und dann wisse man nicht, was zu tun sei, hieß es. Küster Adam-Johannes Ohsadnik betont, er wünsche sich Tipps, wie man den Fuchs fernhalten könnte, ohne ihm zu schaden.

Auch der Tierschutzverein Dortmund kennt den Fuchs, der zuweilen über den Friedensplatz an seinem Büro (in der Berswordthalle) vorbeiläuft. „Das Tier ist verletzt und humpelt“, berichtet Mitarbeiterin Karola Gaidies.

Fuchs ist verletzt

Dass es dem Fuchs offensichtlich nicht gut geht, bestätigt auch Stephan Jabs, der ihn einmal kurz gesehen hat: „Er ist verletzt und sieht auch vom Fell her nicht gesund aus.“ Das Tier könne den Fuchsbandwurm oder eine hochinfektiöse Krankheit wie Staupe haben, an der sich auch Hunde und Katzen anstecken könnten.

Füchse sind zwar Kulturfolger, das heißt, sie sind Tiere, die in der Nähe menschlicher Ansiedlungen günstige Lebensbedingungen wie etwa einen mit Ratten und vor allem Essensabfällen stets „gedeckten Tisch“ finden, doch das Verhalten des Fuchses am Tag sei schon auffällig, sagt Jabs.

Selbst am Hauptbahnhof wurde der Fuchs schon gesichtet. „In Berlin gibt es zwar einen Fuchs, der über die Ampel geht, um in den Tiergarten zu kommen, aber der ist gesund“, sagt Jabs.

Lösung in dieser Woche

Er werde in diesen Tagen abends zum Propsteihof gehen, in der Hoffnung, dass er sich den Fuchs aus der Nähe anschauen kann, „um schnell eine Lösung zu finden.“

Der Fuchs ist, auch wenn er in der Stadt unterwegs ist, ein Wildtier. Allein im Dortmunder Stadtgebiet werden jährlich mehrere hundert Füchse erlegt.

Über die Autorin
Redaktion Dortmund
Stellvertretende Leiterin der Dortmunder Stadtredaktion - Seit April 1983 Redakteurin in der Dortmunder Stadtredaktion der Ruhr Nachrichten. Dort zuständig unter anderem für Kommunalpolitik. 1981 Magisterabschluss an der Universität Bochum (Anglistik, Amerikanistik, Romanistik).
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Gaby Kolle

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