Festakt zum 100-jährigen Bestehen von Thyssengas: Im Fußballmuseum begrüßten Thomas Gößmann (3.v.l.) und Jörg Kamphaus (l.) von Thyssengas mit Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) und NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (r., FDP) hochrangige Regierungsvertreter. © Thyssengas
100 Jahre Thyssengas

Prominenter Besuch zum Firmenjubiläum im Fußballmuseum Dortmund

100 Jahre Thyssengas: Zum Jubiläum im Fußballmuseum kamen bekannte Gäste. Es wurde nicht zurück-, sondern nach vorne geblickt – auf die Energiewende und eine ganz zentrale Zukunftstechnologie.

Mit einem offiziellen Festakt hat der Fernleitungsnetzbetreiber Thyssengas am Donnerstag (23.6.) sein 100-jähriges Bestehen gefeiert. Rund 120 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft waren unter Einhaltung der Corona-Vorschriften persönlich im Deutschen Fußballmuseum dabei – darunter Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) und NRW-Wirtschaftsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart (FDP).

Ein Thema stand für alle im Mittelpunkt: Wasserstoff. Svenja Schulze verwies in ihrem Grußwort auf die herausragende Rolle, die grüner Wasserstoff für das Erreichen der Klimaneutralität bis zum Jahr 2045 spiele – insbesondere für die Chemie- und Stahlindustrie. Das Umweltministerium unterstütze daher den Markthochlauf von grünem Wasserstoff und seinen Einsatz in der energieintensiven Industrie.

Der Umbau von Energiewirtschaft und Industrie in Richtung Klimaneutralität sei aus ihrer Sicht eine der zentralen Aufgaben für dieses Jahrzehnt. Thyssengas habe das Know-how, die Technik und die Köpfe, um diese Transformation weiter aktiv voranzubringen.

Minister Pinkwart appelliert an Pioniergeist bei Thyssengas

Andreas Pinkwart verwies darauf, dass NRW den größten Besatz an energie-intensiven Unternehmen in Deutschland habe und man den Wasserstoff-Aufbau auf der Basis der Hochschul- und Forschungseinrichtungen in NRW gemeinsam mit der Industrie vorantreiben wolle. Es brauche dafür jetzt den Pioniergeist, der Thyssengas in seiner Geschichte ausgezeichnet habe.

Dabei, das wurde während des Festakts deutlich, muss aufs Tempo gedrückt werden. Energiewende ohne Wasserstoff sei wie Fußballspielen ohne Angriff, hieß es. Wasserstoff sei das Lösungsinstrument, um das Ziel der Klimaneutralität bis 2045 zu erreichen. „Aber, das sind nur 24 Jahre“, sagte Minister Pinkwart und ergänzte: „Wir haben uns daran gewöhnt, in diesem Zeitraum vielleicht eine Umgehungsstraße zu bauen. Jetzt wollen wir in dieser Zeit eine gesamte Industrie neu ausrichten.“

„Die Netze“, sagte Thyssengas-Chef Dr. Thomas Gößmann, „sind die Voraussetzung für den Wasserstoffhochlauf. Und wir können unsere Netze umstellen und müssen nicht neue Leitungen bauen.“ 2024 will Thyssengas die erste Leitung so nutzen. „Das ist in drei Jahren und damit Lichtgeschwindigkeit“, so Thomas Gößmann.

Thyssengas-Chef glaubt an den richtigen „Matchplan“

Als Unternehmen, das zwischen der Produktion von Wasserstoff und dem Verbrauch in der Industrie den Transport sicherzustellen habe, stehe man enorm unter Druck. „Aber ich blicke optimistisch nach vorn, denn wir haben das richtige Team, einen Matchplan für die kommenden Jahre und – historisch eindeutig belegt – den notwendigen Pioniergeist“, sagte Thomas Gößmann.

Dass Dortmund mit anderen Städten in NRW ganz vorne mit dabei sei, wenn es um klimaneutrale Technologien und die Zukunft der Energieversorgung geht, stellte Oberbürgermeister Thomas Westphal heraus.

„Die Transformation unseres Energiesystems wird jedoch nur gelingen“, sagte er, „wenn Wirtschaft, Wissenschaft und Politik eng zusammenarbeiten. Mit Thyssengas haben wir ein starkes Unternehmen der Gasversorgung vor Ort, das mit seinem Leitungsnetz und sehr viel Erfahrung einen wichtigen Beitrag leisten kann, dass das Thema Wasserstoff bei der Energieversorgung immer mehr Bedeutung bekommen wird.“

Thyssengas

100 Jahre wechselvolle Geschichte

  • Im Februar 1921 wurde die „Gasgesellschaft Hamborn mbH“ nach langer Vorgeschichte in Duisburg ins Handelsregister eingetragen und später in Thyssengas GmbH umbenannt.
  • Das Unternehmen hat seitdem eine äußerst wechselvolle Geschichte durchlebt. Diese war geprägt von großen Umbrüchen, technischen Pionierleistungen und unermüdlichem Engagement für eine verlässliche Gasversorgung. Eine Online-Chronik bereitet anlässlich des Jubiläums prägende Ereignisse und wichtige Meilensteine auf: https://unternehmenschronik.thyssengas.com/
  • Die Thyssengas GmbH mit Sitz in Dortmund ist heute ein unabhängiger Gasnetzbetreiber und zählt zu den führenden deutschen Erdgastransportnetzgesellschaften.
  • Im Kerngebiet Nordrhein-Westfalen verfügt Thyssengas über sieben Niederlassungen und betreibt ein rund 4400 Kilometer langes Gastransportnetz. Über dieses weitläufige Transportsystem werden jährlich bis zu rund 6 Mrd. Kubikmeter Erdgas zu Verteilnetzbetreibern, Industriebetrieben und Kraftwerken transportiert.
Über den Autor
Redaktion Dortmund
Nach mehreren Stationen in Redaktionen rund um Dortmund bin ich seit dem 1. Juni 2015 in der Stadtredaktion Dortmund tätig. Als gebürtigem Dortmunder liegt mir die Stadt am Herzen. Hier interessieren mich nicht nur der Fußball, sondern auch die Kultur und die Wirtschaft. Seit dem 1. April 2020 arbeite ich in der Stadtredaktion als Wirtschaftsredakteur. In meiner Freizeit treibe ich gern Sport: Laufen, Mountainbike-Fahren, Tischtennis, Badminton. Außerdem bin ich Jazz-Fan, höre aber gerne auch Rockmusik (Springsteen, Clapton, Santana etc.).
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Peter Wulle