Prostituierte mussten Kokain an Freier verkaufen

Mutmaßlicher Zuhälter vor Gericht

Mit Schlägen und Drohungen soll ein 26-jähriger Zuhälter mindestens drei Prostituierte eingeschüchtert und ausgebeutet haben. Laut Anklage mussten sie dem Mann nicht nur ihr ganzes Geld übergeben, sondern auch in seinem Auftrag Kokain verkaufen. Am Donnerstag begann vor dem Dortmunder Landgericht der Prozess.

DORTMUND

13.04.2017, 16:40 Uhr / Lesedauer: 1 min
Eine Prostituierte in einem Bordell.

Eine Prostituierte in einem Bordell.

 Viel will der 26-Jährige nicht zu den Anklagevorwürfen sagen. Grundsätzlich sei das aber alles wohl richtig, hieß es zu Prozessbeginn. Die Taten reichen bis in den Herbst 2014 zurück. Damals soll der Angeklagte eine noch nicht einmal 18 Jahre alte Frau kennengelernt und beschlossen haben, sie finanziell auszubeuten.

Die Staatsanwaltschaft ist sicher, dass die Prostituierte zunächst in einem Bordell in Velbert und anschließend in Clubs in Herne, Dinslaken, Trier, Düsseldorf und Köln arbeiten musste. Zuletzt soll der 26-Jährige zu diesem Zweck auch extra eine Wohnung in Dortmund angemietet haben.

Angeblich brachte es die junge Frau auf einen durchschnittlichen Monatsverdienst von rund 9000 Euro. Das gesamte Geld soll sie dem mutmaßlichen Zuhälter gegeben haben – aus Angst vor Schlägen. Auch zwei weitere Frauen mussten ab Frühjahr 2016 offenbar regelmäßig ihre gesamten Einkünfte bei dem 26-Jährigen abliefern - darunter auch Geld, das sie beim Verkauf von Kokain an Freier eingenommen hatten.  

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