Prostituierte überfiel Protz-Freier

Landgericht Dortmund

Diese Angeber-Geste hätte sich ein Freier wohl lieber verkneifen sollen: Nachdem er mit bündelweise Bargeld geprotzt hatte, wurde er prompt überfallen. Seit Mittwoch beschäftigt der Fall, der vor sechs Jahren passierte, das Dortmunder Landgericht. Die Angeklagten: eine Prostituierte und ihr Ex-Freund.

DORTMUND

13.01.2016, 13:32 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Angeklagte und Verteidiger Boris Strube im Landgericht Dortmund.

Die Angeklagte und Verteidiger Boris Strube im Landgericht Dortmund.

"Der Mann war zum ersten Mal bei mir", sagte die Prostituierte zum Prozessauftakt. "Er wollte sich ein Auto kaufen. Deshalb hatte er das ganze Geld dabei." Vor Gericht war von knapp 8000 Euro die Rede.

Die 29-Jährige hatte damals nicht lange überlegt: Sie schickte ihrem Freund heimlich eine SMS und lotste den Freier in Richtung Borsigplatz. "Ich habe ihm gesagt, dass ich Hunger habe und etwas essen möchte." Dass er in eine Falle tappen könnte - damit hatte der Freier nicht gerechnet.

Trotz Prügel und Pfefferspray konnte der Freier fliehen

Doch genau das ist passiert. Kaum hatte er sein Auto vor einer Fastfood-Filiale geparkt, riss der Freund der Prostituierten auch schon die Fahrertür auf. "Ich habe ihn geschlagen und getreten", gab der 27-Jährige zu, der ebenfalls angeklagt ist. Gleichzeitig hatte die Prostituierte den Mann mit Pfefferspray attackiert.

Trotzdem konnte das Opfer fliehen - und zwar mit dem gesamten Geld. Die Angeklagten hatten sich daraufhin das Auto geschnappt. Was sie damit wollten? "Eigentlich gar nichts", sagten sie vor Gericht. "Wir wollten einfach nur schnell weg." Die Tat fand eigentlich schon vor knapp sechs Jahren statt. Vorher hatte das Gericht den Fall nach eigenen Angaben wegen Überlastung nicht verhandeln können.

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