Vor den Westfalenhallen demonstrierten knapp 100 Menschen gegen den geplanten Weiterbau der OWIIIa. © Oliver Schaper
Verkehrsplanung

Proteste begleiten Beschluss zum Weiterbau der Brackeler Straße

Der geplante Weiterbau der Brackeler Straße/OWIIIa in Asseln und Wickede sorgt für Zündstoff. Die Diskussion um einen Neustart der Planungen im Rat der Stadt wurde von Protesten begleitet.

Auf den Transparenten stand „OWIIIa Stopp“ und „Mehr Platz fürs Rad“. Sie bildeten das Geleit für die Ratsvertreterinnen und Ratsvertreter auf dem Weg in die Westfallenhalle 2, in der am Donnerstag (18.6.) der Rat der Stadt unter Corona-Bedingungen tagte.

Ein breites Bündnis aus Verkehrs- und Umweltverbänden demonstrierte für den Erhalt des Freiraums im Norden von Asseln und Wickede und gegen den geplanten Weiterbau der Brackeler Straße.

Die Mehrheit im Rat konnte der Protest allerdings nicht umstimmen. Er beschloss, in Abstimmung mit dem Land, zwei Planerstellen zu schaffen, um die Planungen für den Weiterbau der Schnellstraße OWIIIa, die im Dortmunder Osten Brackeler Straße heißt, in städtischer Regie voranzutreiben.

Aufgabenverteilung für die Planung ist beschlossen

Der Wickeder SPD-Ratsvertreter Friedhelm Sohn begründete die Zustimmung seiner Fraktion. Es gehe nicht um einen Grundsatzbeschluss, ob die Straße gebraucht wird, sondern nur um die Aufgabenverteilung für die Planung, erklärte er.

Utz Kowalewski, Sprecher der Fraktion Die Linke & Piraten und ebenfalls Ratsvertreter aus Wickede, schloss sich dagegen den Demonstranten an und verwies auf den Widerspruch zwischen Straßenbau und Naturschutzplanung im Dortmunder Osten.

„Heuchelei“ warf in diesem Zusammenhang der FBI-Ratsvertreter Detlef Münch der Verwaltung vor. Er sprach von „einem Rückfall in die verkehrspolitische Steinzeit“. Grünen-Ratsherr Matthias Dudde sprach von einem „Anachronismus“. „Wir lehnen den Weiterbau ab, weil wir diesen einzigartigen Freiraum schützen wollen“, sagte er.

Entlastung des Hellwegs solle lieber über den Ausbau der U43 führen

Der Hellweg muss entlastet werden, begründete dagegen Peter Urbanek von der AfD die Zustimmung seiner Fraktion zu den Straßenbauplänen.

Die Demonstranten vor der Westfalenhalle 2 hatten zuvor deutlich gemacht, dass sie zur Entlastung des Hellwegs vor allem auf den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs mit einem zweigleisigen Ausbau für die Stadtbahn-Linie U43 setzen.

„Die Entlastung für den Hellweg ist minimal, während über 26.000 zusätzliche Fahrzeuge pro Tag über die neue Trasse fahren würden,“ merkte Stefan Herbst von der Bürgerinitiative „Schützt unseren Freiraum“ an.

Der Aufbau des temporären Freizeitparks FunDOmio bildete Kulisse für den Protest gegen die OWIIIa. © Oliver Schaper © Oliver Schaper

Süffisant merkten auch der ökologisch orientierte Verkehrsclub Deutschland (VCD) und der Fahrgastverband Pro Bahn in einer Stellungnahme an, dass es zwar Geld für die Planung eines „höchst fragwürdigen Straßenbauprojekts“ gebe, aber nach Aussagen der Verwaltung für die „umfassende Neubearbeitung des Stadtbahn-Entwicklungskonzeptes kurzfristig keine Bearbeitungskapazitäten“ zur Verfügung stünden.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Oliver Volmerich, Jahrgang 1966, Ur-Dortmunder, Bergmannssohn, Diplom-Journalist, Buchautor und seit 1994 Redakteur in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten. Hier kümmert er sich vor allem um Kommunalpolitik, Stadtplanung, Stadtgeschichte und vieles andere, was die Stadt bewegt.
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Oliver Volmerich