Prozess: Fünf Angeklagte sagen zum blutigen Streit aus

Messerstecherei in Dortmund-Mengede

Was als Rangelei und Rempelei unter Jugendlichen begann, entwickelte sich Ende Februar 2017 zu einer lebensgefährlichen Auseinandersetzung. Seit Dienstag beschäftigt die Messerstecherei am Bahnhof Dortmund-Mengede, bei der eine Schülerin couragiert eingriff, das Dortmunder Landgericht.

DORTMUND/CASTROP-RAUXEL

, 13.02.2018, 17:57 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der Fall um die Messerstecherei wird seit Dienstag am Dortmunder Landgericht verhandelt.

Der Fall um die Messerstecherei wird seit Dienstag am Dortmunder Landgericht verhandelt. © Dieter Menne

Staatsanwalt Jörg Schulte-Göbel wirft dem heute 18 Jahre alten Hauptangeklagten aus Castrop-Rauxel versuchten Totschlag vor. Mit einem Messer soll der Jugendliche damals mehrmals zugestochen haben. Am Ende der Auseinandersetzung mussten zwei seiner Kontrahenten vom Notarzt behandelt werden. Einem dem Opfer mussten die Ärzte im Verlauf einer Notoperation die Milz entfernen.

Der andere Jugendliche erlitt bei der Messerstecherei eine schwere Lungenverletzung, die ihn lange Zeit außer Gefecht setzte. „Mein Mandant musste seine Ausbildung unterbrechen“, berichtete sein Rechtsanwalt. Inzwischen haben der junge Mann die Prüfung jedoch absolviert und bestanden.

Angeklagter soll Verstärkung geholt haben

Nach der ersten Rangelei soll der 18-jährige Hauptangeklagte mehrere Freunde alarmiert haben. Gemeinsam kehrte die Gruppe laut Anklage wenig später an den Bahnhof Dortmund-Mengede zurück. Während der 18-Jährige sich mit einem Messer bewaffnet haben soll, sollen seine Begleiter unter anderem einen Elektroschocker und einen Golfschläger mit sich getragen haben.

Die Schlägerei zog schließlich auch die Aufmerksamkeit einer 17-jährigen Schülerin aus Waltrop auf sich. Die junge Frau zögerte nicht lange und versuchte, die Angreifer von den bereits am Boden liegenden Opfern wegzuziehen.

Für ihren mutigen Einsatz wurde die Schülerin später mit dem Preis für Zivilcourage der ZDF-Fernsehsendung „Aktenzeichen XY ungelöst“ ausgezeichnet.

Verhalten der Schülerin war sehr gefährlich

Die Jury stellte damals allerdings klar, dass das Verhalten der 17-Jährigen nicht unbedingt zur Nachahmung taugt. Es sei viel zu gefährlich gewesen, sich so in die Nähe einer blutigen Auseinandersetzung zu begeben.

Am ersten Verhandlungstag haben sich alle fünf Angeklagten zu den Vorwürfen geäußert. Geständnisse im Sinne der Anklage legten sie allerdings nicht ab. Schon am Mittwoch müssen die ersten Opfer der Auseinandersetzung vor der 31. Jugendstrafkammer des Landgerichts als Zeugen aussagen.

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