Prozess um BVB-Anschlag: Bartra spricht von Todesangst

Aubameyang sagt nicht aus

Der Sprengstoffanschlag auf die Mannschaft von Borussia Dortmund hat Folgen hinterlassen bei Abwehrspieler Marc Bartra. „Todesangst“ habe er gehabt, nach wie vor leide er daran. Während Bartra voller Emotionen berichtete, wartete die Kammer auf Aubameyang vergeblich.

Dortmund

, 29.01.2018, 12:09 Uhr / Lesedauer: 2 min
Prozess um BVB-Anschlag: Bartra spricht von Todesangst

BVB-Profi Marc Bartra (r.) kommt zu seiner Zeugenaussage ins Landgericht. © dpa

Fußballprofi Pierre-Emerick Aubameyang wird nicht wie geplant im Prozess um den Sprengstoffanschlag auf die Mannschaft von Borussia Dortmund aussagen. Das bestätigte Anwalt Alfons Becker am Montag am Rande der Verhandlung vor dem Dortmunder Schwurgericht.

Aubameyangs Aussage zum Anschlag im April 2017 war mit Spannung erwartet worden. „Er wird heute nicht aussagen, weil er erkrankt ist“, sagte Becker. In einer von BVB-Anwalt Becker vorgelegten ärztlichen Bescheinigung wird dem Stürmer vom BVB-Mannschaftsarzt Verhandlungsunfähigkeit „aus medizinischen Gründen“ attestiert. Aubameyang steckt seit Wochen in einem anhaltenden Transferpoker, bei dem am Montagabend eine Entscheidung fallen könnte.

Bartra: „Ich fürchtete, meine Familie nie wieder zu sehen“

Sein Mannschaftskollege Marc Bartra erinnerte sich voller Emotionen an die Momente des Bombenanschlags. „Ich hatte Todesangst. Ich fürchtete, meine Familie nie wieder zu sehen“, las sein Rechtsanwalt Alfons Becker eine im Namen Bartras verfasste Erklärung vor.

Der Fußballprofi leidet eigenen Angaben zufolge bis heute unter den Folgen des Anschlags auf die Mannschaft vom April 2017. „Wenn ich mich daran erinnere, geht es mir nicht gut“, sagte der Spanier im Zeugenstand vor dem Dortmunder Schwurgericht. Er hatte bei dem Attentat einen offenen Bruch des Unterarms erlitten. Auch einer der Ärzte, die Bartra im Anschluss operiert hatten, war für Montag vom Gericht als Zeuge geladen.

Prozess um BVB-Anschlag: Bartra spricht von Todesangst

Der Angeklagte Sergej W. beharrt auf seiner Darstellung, er habe niemanden verletzen oder töten wollen. © picture alliance / Bernd Thissen

Der wegen Mordversuchs in 28 Fällen angeklagte Sergej W. hat bereits gestanden, die drei selbst gebauten Splitterbomben gezündet zu haben, als der Mannschaftsbus des BVB am 11. April 2017 gerade am Teamhotel abgefahren war. Er habe mit verschiedenen Optionsscheinen auf einen fallenden Kurs der BVB-Aktie gewettet, hieß es in der Erklärung des 28-Jährigen vor Gericht.

Sergej W. beharrt jedoch darauf, er habe niemanden töten oder schwer verletzen wollen. Die Bomben seien bewusst so konstruiert gewesen, „dass niemand ernsthaft gefährdet werden konnte“.

Weitere BVB-Spieler und Betreuer sollen aussagen

Die Richter wollen nun wissen, wie die Insassen des Busses den Anschlag erlebt und anschließend verarbeitet haben. Einen Termin für die Vernehmung der übrigen Spieler und Betreuer von Borussia Dortmund gibt es noch nicht. Für den Prozess sind noch Verhandlungstage bis Ende März angesetzt.

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