Puppenklinik ist geschlossen - Kunden vermissen ihre Schätze

rnVerwaistes Ladenlokal

Der Puppendoktor in Hörde war die letzte Rettung für kostbare Puppen und geliebte Teddybären. Doch jetzt ist der Puppendoktor verschollen. Kunden kommen nicht an die abgegebenen Schätze.

Hörde

, 28.08.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Puppendoktor in der Wellinghofer Straße ist eigentlich eine Doktorin. Magret Bühnen repariert und restauriert seit mehr als zwei Jahrzehnten Puppen, Teddys und Plüschtiere. Die Hörder Puppenklinik gehört nach eigenen Angaben zu den letzten Anlaufstellen, die dieses Handwerk noch ausüben.

Der Doktor ist spezialisiert auf die Restauration von Käthe-Kruse-Puppen und Exemplaren aus der Jahrhundertwende, kümmerte sich aber auch um alle anderen lieb gewonnenen Puppen und Stofftiere, die eine Reinigung oder Überarbeitung benötigten.

Ein Schild an der Fassade der Puppenklinik weist auf eingeschränkte Öffnungszeiten hin. Neben der Eingangstür heißt es auf einem weiteren Schild, wegen der Corona-Auflagen sei bis auf Weiteres geschlossen.

Ein Schild an der Fassade der Puppenklinik weist auf eingeschränkte Öffnungszeiten hin. Neben der Eingangstür heißt es auf einem weiteren Schild, wegen der Corona-Auflagen sei bis auf Weiteres geschlossen. © Susanne Riese

Doch jetzt sind gerade die in Bedrängnis, die ihre Schätze der Klinik zur Rettung anvertraut haben. Der Puppendoktor ist verschwunden, die Kunden wissen nicht, wie sie an die ihm anvertrauten Stücke kommen sollen.

Hinter den kleinen Schaufenstern bleibt es dunkel

Das kleine Ladenlokal gegenüber der Ortho-Klinik ist verwaist. Auch zu den angegebenen eingeschränkten Öffnungszeiten bleibt es dunkel hinter den Fenstern mit Teddys, Puppen und Spielzeug.

Ein Schild an der Tür bittet um Verständnis, dass das Geschäft aufgrund der Corona-Auflagen bis auf Weiteres geschlossen bleibt. Daneben hat sich Post angesammelt.

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Eine Kundin aus Schüren hat ihre 70 Jahre alte Puppe im Oktober vergangenen Jahres in der Klinik abgegeben. Das Reinigen und Gummiwechseln sollte bis zu einem halben Jahr dauern. Doch im Frühjahr sei die Klinik lange wegen Krankheit geschlossen gewesen. Dann vertröstete man sie um eine weitere Woche. „Danach Funkstille“, schreibt die Kundin der Redaktion.

Postkarten, Anrufe und Mails bleiben unbeantwortet

Sie hat nichts mehr seitdem gehört. Zwei Postkarten und eine E-Mail blieben unbeantwortet, telefonisch ist niemand erreichbar.

Die Puppen-Besitzerin hat gehört, der Laden solle zum Jahresende geschlossen werden. Das beunruhigt sie jetzt umso mehr.

Im Internet beklagen auch andere, auf Anfragen per E-Mail keine Reaktion bekommen zu haben. Offenbar weiß niemand, ob und wann es weitergeht in der Puppenklinik und auf welchem Weg Kunden ihre abgegebenen Stücke zurückerhalten können.

Alte Schätze sind für ihre Besitzer unbezahlbar

Wobei historische Puppen durchaus wertvoll sein können. In vielen Fällen ist es aber eher der ideelle Wert, der zählt und der die abgenutzten und abgeschabten Teddys und Püppchen für ihre Besitzer so wichtig macht.

Wer weiß mehr über den Puppendoktor?

Die Redaktion ist für Hinweise auf den Puppendoktor oder zu Möglichkeiten einer Kontaktaufnahme dankbar: do-sued@lensingmedia.de

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