Putzkräfte-Streik: Dortmunder Grundschule konnte nur Notbetreuung anbieten

rnUnterricht ausgefallen

Weil Reinigungskräfte streikten, fiel an einigen Dortmunder Schulen am Freitag der Unterricht aus. So auch an der Friedens-Grundschule in Marten. Wegen der Hygienevorschriften.

Lütgendortmund

, 02.10.2020, 13:22 Uhr / Lesedauer: 2 min

Leer, sehr leer ist es am Freitagmorgen an der Friedens-Grundschule in Marten. Vor dem Gebäude putzt der Hausmeister. Auf dem Schulhof ist niemand und in der Schule sind nur ein paar Mitarbeiter der Offenen Ganztagsschule (OGS) und 13 Kinder in der Notbetreuung.

Regulären Unterricht gibt es nicht. Die städtische Gemeinschaftsgrundschule hat städtisch angestelltes Putzpersonal und das hat Donnerstag gestreikt und daher nicht geputzt. In Corona-Zeiten ein Grund, die Schule zu schließen.

Mail vom Amt kam am Donnerstagmorgen

So jedenfalls hat das Ulrike Dreps gesehen, Direktorin der Schule. Am Donnerstagmorgen sei die Mail vom Schulverwaltungsamt gekommen mit dem Hinweis auf den Streik und darauf, dass es schwierig werden könnte, die Corona-Hygienevorschriften einzuhalten, wenn am Nachmittag niemand die Räume und Toiletten säubert.

Daher war Dreps klar: Regulären Unterricht könne es am Freitag nicht geben. „Man weiß ja nicht, wie lange sich Viren auf den Oberflächen halten“, sagt sie. Und dass Kinder Corona-Viren mit nach Hause nehmen, weil nicht geputzt wurde, „das will ich nicht auf meine Kappe nehmen“.

Ulrike Dreps (r.) hat als Direktorin der Friedens-Grundschule in Marten entschieden: Wenn die Schule nicht geputzt ist, kann es keinen Unterricht geben. Das Foto zeigt Dreps bei einer Schulveranstaltung.

Ulrike Dreps (r.) hat als Direktorin der Friedens-Grundschule in Marten entschieden: Wenn die Schule nicht geputzt ist, kann es keinen Unterricht geben. Das Foto zeigt Dreps bei einer Schulveranstaltung. © Stephan Schuetze

Einige Schulen in Dortmund blieben geschlossen

Wie Dreps sahen das auch andere Schulleiter in Dortmund: So blieb beispielsweise die Martin-Luther-King-Gesamtschule in Dorstfeld geschlossen. Es wurde auf Distanz unterrichtet. Auch an der Albert-Einstein-Realschule, dem Phoenix-Gymnasium und der Robert-Koch-Realschule blieben die Türen zu. Vor allem weiterführende Schulen waren betroffen. Weniger Grundschulen, sagt Dreps.

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Direkt nach der Mail am Donnerstag hatte Dreps vorgesorgt: Manche Räume wurden nicht genutzt und einige Toiletten abgesperrt, damit sie am Freitag sauber sind für die Kinder, die in die Notbetreuung kommen. Die Regeln, wer kommen durfte, waren wieder so streng wie im März, sagt Dreps: Eigentlich hätten die Eltern ein Schreiben vom Arbeitgeber gebraucht zur Systemrelevanz ihres Berufs. „Aber wir sind erstmal gelassen geblieben“, sagt Dreps. Und der Freitag hat ihr recht gegeben: Von den 130 Kindern mit OGS-Platz sind ja gerade 13 gekommen.

Elternbrief, Whatsapp-Nachrichten und „SchoolFox“

Geholfen habe, dass man durch den Lockdown „schon Profi sei“, die Eltern zu informieren, sagt Dreps. Es gab den herkömmlichen Elternbrief, aber zeitgleich ging die Info, dass die Schule geschlossen bleibt, durch diverse Whatsapp-Gruppen. Außerdem testet die OGS „SchoolFox“, eine Kommunikationsplattform, auf der Eltern und Schule in Kontakt treten können. Dort konnten sich Eltern melden, ob sie Notbetreuung benötigen.

Wirklich frei hatte niemand: Die Kinder haben am Donnerstag Aufgaben für Freitag bekommen. Jeder Lehrer hatte ebenso Aufträge und Ulrike Dreps hat an der Homepage der Schule gearbeitet.

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