Qualmattacke zur Rauchermesse

Inter-tabac

Setzt das Rauchverbot in Gaststätten aus, wenn in der Stadt eine große Tabak-Messe stattfindet? Diese Frage stellten sich Restaurantgäste am Wochenende, als sie im "Pfefferkorn" zugenebelt wurden. Hebt die Inter-tabac-Messe das Nichtraucherschutzgesetz auf?

DORTMUND

von Von Ulrike Böhm-Heffels

, 28.09.2011, 05:06 Uhr / Lesedauer: 1 min
Rauchen im Restaurant - oft Anlass für Ärger.

Rauchen im Restaurant - oft Anlass für Ärger.

Thomas Wiesemann ist auf dem Baum. Freitagabend wollte der 44-jährige Kaufmann mit vier Freunden gemütlich Essen gehen und fand sich inmitten dicker Rauchschwaden wieder. „Im ‚Pfefferkorn‘ standen auch überall Aschenbecher auf den Tischen und die Bedienung sagte uns, während der Inter-tabac sei das Rauchverbot aufgehoben.“

Das gilt in der Tat an allen Messetagen für die Westfalenhallen selbst, wo die Tabakmesse in diesem Jahr neue Rekorde schrieb mit 7987 Fachbesuchern (+ 11,8 Prozent), aber nicht für gastronomische Betriebe. Stadtsprecher Michael Meinders stellt dies ausdrücklich klar. Andreas Panzau, Geschäftsführer des „Pfefferkorns“ fühlte sich buchstäblich überrannt von Rauchern am letzten Wochenende. „Wir hatten jede Menge Reservierungen. Als die Gäste anfingen zu rauchen, sind wir zu ihnen hingegangen und haben ihnen gesagt, sie dürften hier nicht rauchen.“

Laut Panzau hätten sich alle einfach darüber hinweg gesetzt: „Zum Schluss rauchte alles – Zigarre, Pfeife, Zigaretten. Die haben ihre eigenen, klappbaren Aschenbecher aus der Tasche geholt.“ Der „Pfefferkorn“-Chef will schlicht resigniert haben: „Was wollen Sie als Wirt da machen? Alle Leute einfach rausschmeißen?“ Thomas Schmoll (45), der im Freundeskreis von Wiesemann vor Ort war und rauchfrei sein Essen genießen wollte, lief Freitagabend mehrfach zur Eingangstür, um das „Pfefferkorn“ zu lüften.

Insgesamt habe es am Wochenende der Inter-tabac drei Beschwerden von Gästen unterschiedlicher Innenstadt-Lokale beim Ordnungsamt gegeben, bestätigt Meinders und verweist auf die letztmögliche Konsequenz, wenn sich rauchende Gäste nicht einsichtig zeigten: „Dann muss man die Polizei alarmieren.“ Erst bei schriftlichen Beschwerden könnte die Stadt tätig werden und einen Bußgeldauftrag einleiten. Und: Eine temporäre Aufhebung des Nichtraucherschutzes während der Inter-tabac sei rechtlich natürlich nicht möglich, so der Stadtsprecher. 

Dortmund am Abend

Täglich um 18:30 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter Über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Lesen Sie jetzt