Blumen und Kerzen sind vor einer Tankstelle in Idar-Oberstein aufgestellt. Ein Angestellter der Tankstelle war am Samstagabend von einem mit einer Pistole bewaffneten Mann erschossen worden. Der Angestellte hatte den Kunden auf die Maskenpflicht hingewiesen, da dieser ohne Maske Bier kaufen wollte. © picture alliance/dpa
Meinung

Querdenker? Schwurbler? Nein! Corona-Leugner sind Hetzer – nennt sie auch so!

Corona-Leugner wurden lange belächelt. Die Tötung eines 20-Jährigen verdeutlicht nun die Gefahr, die von ihnen ausgeht. Wir sollten sie endlich als das benennen, was sie sind, fordert unser Autor.

Weil ein 20-jähriger Student, der an einer Tankstelle in Idar-Oberstein jobbte, einen 49-Jährigen auf die Maskenpflicht hinwies, wurde er von diesem erschossen. Es ist eine Tat, die auch die Menschen in Dortmund sprachlos macht und eine, die verdeutlicht, wie gefährlich Verschwörungserzählungen, Hass und Hetze sind.

Der Täter begründete die Tötung seines Opfers mit Frust über die Pandemie und deren Regeln. Im Internet wird er dafür auch noch bejubelt. „Endlich setzt mal jemand ein Zeichen“, ist in Gruppen von sogenannten Querdenkern und Corona-Leugnern zu lesen und: „Wenn es die Richtigen trifft, habe ich nichts dagegen.“

Perfider geht es nicht

Ein 20-Jähriger wird erschossen und Menschen jubeln – perfider geht es nicht. Es verdeutlicht neben Übergriffen auf Polizisten und Journalisten, wie radikal die Szene ist. Ihre Mitglieder versprühen mit ihren Lügen gesellschaftliches Gift. Sie rufen zum Bürgerkrieg auf.

Wir sollten diese Menschen nicht länger als „Schwurbler“, „Corona-Leugner“ oder „Querdenker“ verharmlosen, sondern als das benennen, was sie sind: gefährliche Brandstifter und Hetzer. Sie sind mitverantwortlich für die Tötung eines 20-Jährigen, versuchen sich aber erneut als Opfer zu stilisieren. Der Täter sei von der Regierung beauftragt gewesen, um der Querdenker-Bewegung zu schaden, behaupten sie.

Diese Täter-Opfer-Umkehr ist widerlich. Es gibt in diesem Fall nur ein Opfer: Das war erst 20 Jahre alt, als es starb, und heißt Alexander.

Über den Autor
Redakteur
Als gebürtiger Dortmunder bin ich großer Fan der ehrlich-direkten Ruhrpott-Mentalität. Nach journalistischen Ausflügen nach München und Berlin seit 2021 Redakteur in der Dortmunder Stadtredaktion.
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Lukas Wittland