Rad-Schnellweg soll in Dortmund 37 Millionen kosten

Hohe Kosten

Die Idee ist faszinierend: Ein Ruhrschnellweg für Radler quer durchs Revier, 100 Kilometer lang von Duisburg bis Hamm. Doch der Traum vom schnellen Radeln durchs Revier hat für Dortmund einen ziemlich hohen Preis.

DORTMUND

von Von Oliver Volmerich

, 13.04.2012, 16:49 Uhr / Lesedauer: 2 min

 Die Ansprüche sind hoch: Ein Premium-Produkt mit „Autobahn“-Standard soll der Radschnellweg werden, fünf Meter breit, durchgehend beleuchtet, weitgehend kreuzungsfrei und mit Service-Einrichtungen ausgestattet.  Doch der Plan hat Tücken. Während zwischen Duisburg und Essen eine alte Bahntrasse genutzt werden könnte, müsste in Dortmund mühsam ein Weg durch das Stadtgebiet gebahnt werden. Im Westen soll die Radtrasse weitgehend dem Lauf der B1 folgen. Das Problem der Überquerung des Emschertals soll durch eine eigene Radler-Brücke unterhalb der Schnettkerbrücke gelöst werden.

 Im Kreuzviertel könnte der Weg über die Sonnenstraße führen, die zur Fahrradstraße wird – mit entsprechendem Verlust an Parkplätzen. Hierfür Akzeptanz zu finden, dürfte nicht einfach sein, räumen die Planer ein. Bei den Kreuzungen mit Hauptverkehrsstraßen könnten Vorrangschaltungen an Ampeln eine „grüne Welle“ für Radler schaffen. Ab Stadtzentrum folgt der Radschnellweg dem Verlauf der S-Bahnlinie 4 bis Unna.  Am 18. April beschäftigt sich der Planungsausschuss des Rates mit der Konzeptstudie. Mit Blick auf die Kosten hat die CDU schon jetzt Bedenken angemeldet. Sie hält das Leuchtturmprojekt schlicht für nicht finanzierbar. Zu Beschließen gibt es für den Ausschuss aber zunächst nichts. Der RVR kündigt als nächsten Schritt die Vergabe einer Machbarkeitsstudie an, für die schon Fördermittel beim Bundesverkehrsministerium beantragt sind. Ende 2013 soll die Studie vorliegen, die dem Radschnellweg weiter Form geben soll. „Innerhalb von zehn Jahren soll der Radschnellweg realisiert werden“, lautet das ehrgeizige Ziel. 

Für schlicht nicht finanzierbar hält die CDU-Ratsfraktion den geplanten, 110 Millionen Euro teuren Radschnellweg durch das Ruhrgebiet. „Bei aller Sympathie für den Radverkehr: Das halten wir für unangemessen. Deshalb wollen wir schon frühzeitig die Ampeln auf Rot stellen“, kündigt der umweltpolitische Sprecher der CDU-Ratsfraktion Thomas Pisula an. Stattdessen fordert die CDU-Fraktion, das bestehende Radnetz, wo immer dies technisch möglich ist, sinnvoll zu ergänzen.

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