Radfahr-Initiative stellt Falschparker am Rathaus an den Pranger

Radfahren in Dortmund

Falschparker auf Radwegen gehören zu den größten Hindernissen für Radfahrer in Dortmund. Eine Initiative hat das am Rathaus nun plakativ vor Augen geführt: mit Hunderten Falschparker-Fotos.

Dortmund

, 13.12.2019, 14:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Radfahr-Initiative stellt Falschparker am Rathaus an den Pranger

Eine ganze Wand aus Fotos von Falschparkern hatten die Radfahr-Aktivisten vor dem Rathaus-Eingang aufgespannt. © Max Kumpfer

Die Pläne für die „Fahrradstadt Dortmund“ und den ersten Bauabschnitt des Radschnellwegs Ruhr im Kreuzviertel hat der Rat der Stadt am Donnerstag (12.12.) beschlossen. Ein drängendes Problem für Radfahrer ist damit aber wohl noch nicht gelöst – und wurde deshalb vor dem Rathaus von der Initiative „Aufbruch Fahrrad Dortmund“ plakativ vor Augen geführt.

Die Fahrrad-Aktivisten hatten am Donnerstag vor dem Rathaus-Eingang eine Collage aus mehr als 1000 Fotos von falsch geparkten Autos aufgespannt. Max Kumpfer von „Aufbruch Fahrrad Dortmund“ erklärt: „Wir wollten den Ratsvertretern die Größe des Dortmunder Falschparkerproblems verdeutlichen und sie zum Handeln auffordern.“

Fotos von Falschparkern

Die Initiative hatte gemeinsam mit Velocity-Ruhr dazu aufgerufen, aktuelle Fotos von Falschparkern aus dem Zeitraum ab dem 2. Dezember zu schicken, natürlich mit geschwärzten Kennzeichen. Die Resonanz war beeindruckend. „Wir wussten, dass das Problem vielen Dortmundern auf den Nägeln brennt“, erklärte Kumpfer, aber dass in nur neun Tagen in Dortmund über tausend Fotos von Falschparkern entstehen würden, hätte er nicht erwartet.

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Viele Bürger haben nicht nur Fotos geschickt, sondern auch anschaulich beschrieben, welche Probleme durch das massenhafte Falschparken in Dortmund entstehen – von Schäden auf Grünflächen und zugeparkten Rettungswegen bis zu Falschparkern, die Radfahrer zum Ausweichen auf viel befahrene Straßen zwingen oder Kindern auf dem Schulweg die Sicht behindern.

Keine zustätzlichen Stellen für Kontrollen

„Wenn Kinder nicht allein zur Schule gehen dürfen, weil die Stadt das Falschparkerproblem einfach nicht in den Griff bekommt, dann läuft etwas schief in Dortmund“, meint Lukas Michel von „Aufbruch Fahrrad Dortmund“. Enttäuscht sind die Radfahr-Aktivisten deshalb von der Entscheidung des Rates, keine zusätzlichen Stellen für die Verkehrsüberwachung zu schaffen, was die Grünen und vier Bezirksvertretungen gefordert hatten.

Einige Ratsvertreter wollten zunächst die Besetzung der kürzlich neu geschaffenen zwölf Stellen abwarten, berichtet Peter Fricke von Velocity-Ruhr. Dabei sei offensichtlich, dass diese Stellen nicht ausreichen werden. Schließlich bedeuten zwölf zusätzliche Stellen nur eine weitere Stelle je Stadtbezirk. Dortmund habe dann etwa 40 Stellen in der Verkehrsüberwachung, Düsseldorf 163 und Köln 277.

Beim letzten Fahrradklima-Test des ADFC hatten die Befragten aus Dortmund für die Falschparker-Kontrolle auf Radwegen im Durchschnitt die Schulnote 5,3 vergeben.

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