Radfahrer-Clubs werfen Behörden Untätigkeit vor

rnUnfallgefahr für Radfahrer an der B54

Wegen einer hohen Unfallgefahr für Radfahrer forderte der Allgemeine Deutsche Fahrradclub im März 2018 die Behörden auf, die Ausfahrt Rombergpark der Bundesstraße 54 zu entschärfen. Abgesehen von einem weiteren Unfall ist noch nichts geschehen. Jetzt bessert der Landesbetrieb Straßen NRW nach. Dem ADFC reicht das nicht.

Dortmund

, 12.06.2018, 15:57 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nach gefährlichen Unfällen zwischen Radfahrern und Autofahrern auf der Bundesstraße 54 in Dortmund forderte der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) die Stadt Dortmund und den Landesbetrieb Straßen NRW auf, die Ausfahrt Rombergpark / Phoenix West zu entschärfen. Das Problem beschreibt der ADFC-Vorsitzende Werner Blanke in diesem im März 2018 aufgenommenen Video:

Schon damals und erneut im Mai 2018 hatte die Stadt Dortmund zugesagt, auf Straßen NRW zuzugehen - geschehen ist bisher nichts. Deshalb hat der ADFC einen offenen Brief geschrieben und fordert nach einem weiteren Unfall im Mai 2018 erneut dazu auf, mehr für die Sicherheit von Radfahrern zu tun. Über den Unfall im Mai hatte auch die Dortmunder Polizei berichtet. Kritik äußerte erneut auch der Verkehrsclub Deutschland an den Behörden.

Ein erster Erfolg: Die Verkehrsunfallkommission und Straßen NRW haben sich am 11. Juni 2018 vor Ort getroffen und Lösungen besprochen, mit denen die Unfallgefahr reduziert werden sollen:

  • Tempo 60 statt 100 km/h in der Ausfahrt
  • Neue Markierung mit Akustik beim Überfahren
  • Schild für Autofahrer: „Radfahrer kreuzen“
  • Schild für Radfahrer: „Vorfahrt gewähren“
  • Grünschnitt für bessere Sicht

Der ADFC bewertet diese Schritte als „geringfügige Verbesserung“. Sie würden nicht weit genug gehen. Tempo 60 sei immer noch zu viel, da die Fahrbahn 9,50 Meter breit ist. Für Radfahrer und Fußgänger sei das immer noch zu gefährlich. Gern hätte der ADFC auch an dem Termin vor Ort teilgenommen: „Dabei zu sein ist immer besser, als einen offenen Brief zu schreiben“, sagte Vorstand Werner Blanke.

Leitplanken behindern die Sicht

Hohe Leitplanken nehmen Radfahrern und Autofahrern die Sicht - sie können sich nicht sehen, wenn Radfahrer die Ausfahrt überqueren wollen. Hier die Ausfahrt B54 / Rombergpark in Bildern:

Der ADFC fordert nach dem Behördentermin weiter einen „langfristig geeigneten Schutz“, da die Überquerung ein „Lotteriespiel“ sei und schlägt als Sofortmaßnahmen vor:

  • Tempo 30 statt 100 km/h in der Ausfahrt
  • Nur eine Abbiegespur (statt zwei)
  • Poller oder Baken zur Eingrenzung der Fahrbahn
  • Rückbau der hohen Leitplanke auf normales Maß
  • Beleuchtung des Bereichs (gab es bereits)
  • Zebrastreifen für Fußgänger / Radfahrer

Darüber hinaus fordert der ADFC die Behörden auf, die Radwege parallel zur Bundesstraße 54 neu zu planen, damit Radfahrer und Fußgänger die Auf- und Abfahrten sicher passieren können. Der motorisierte Verkehr nehme stark zu, berichtet ADFC-Vorstand Werner Blanke. In der Folge müsse mehr für die Sicherheit nichtmotorisierter Verkehrsteilnehmer getan werden. Tunnel könnten eine Lösung sein. Doch das geht ins Geld.

Kritik auch vom Verkehrsclub

„Ich finde die Untätigkeit der Behörde unverantwortlich“, schreibt auch der stellvertretende Vorsitzende des Verkehrsclubs Dortmund / Unna, Michael Hüttemann. Er war selbst schon als Radfahrer an einem Unfall beteiligt und hatte der Stadt Dortmund im März 2018 einen Brief geschrieben. Nach seinen Angaben aber nie eine Antwort erhalten. Auch er fordert die Behörden zu „unverzüglichem Handeln“ auf und schlägt Tempo 40 für den Bereich vor. In anderen Autobahn-Abfahrten gebe es solche Limits bereits - zum Schutz der Autofahrer. Er kann nicht nachvollziehen, dass so ein Tempolimit in einer Abfahrt nicht auch zum Schutz für Radfahrer angeordnet wird.

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Der Allgemeine Fahrradclub Deutschland ist eine bundesweit organisierte Radfahrer-Organisation, die in politischen Gremien Lobbyarbeit für Radfahrer betreibt. Der ADFC bietet auch Touren an und berät seine Mitglieder in Rechtsfragen und bei Technik-Themen. Der Verkehrsclub Deutschland konzentriert sich nicht allein aufs Radfahren, sondern leistet politische Arbeit für viele andere Verkehrsthemen.
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