Radiomacher verärgert über DAB-Abschaltung

Funk-Störung

Die Abschaltung des neuen Digitalradios DAB+ im Großraum Dortmund auf Betreiben der Bundesnetzagentur und der Polizei hat Radiomacher empört. Sogar von einem Eingriff in die Rundfunkfreiheit ist die Rede.

DORTMUND

von dpa

, 01.09.2011, 15:05 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der Sender auf dem Florianturm wird für einige Tage abgeschaltet.

Der Sender auf dem Florianturm wird für einige Tage abgeschaltet.

„Dieser Zustand ist nicht hinnehmbar und muss ein Einzelfall bleiben“, sagte Helmut Bauer, Geschäftsführer der Digitalradio Deutschland GmbH. Der sichere Digitalfunk für die Polizei sei in Deutschland seit Jahren überfällig und bei den europäischen Nachbarn längst vollzogen.Nun werde dadurch auch noch die technologische Entwicklung in Deutschland behindert und möglicherweise auch die Rundfunkfreiheit tangiert. „Es kann nicht sein, dass die Interessen der Sicherheitsbehörden gegen die der Radiohörer ausgespielt werden“, so Bauer.

Die Media Broadcast GmbH in Gummersbach betonte als Betreiberin des bundesweiten Digitalradionetzes, dass der Sendebetrieb des Digitalfunks ordnungs- und lizenzgemäß durchgeführt worden sei. Die Frequenzen seien international koordiniert und von der Bundesnetzagentur zugeteilt und genehmigt. Um eine Gefahr für Leben und Gesundheit von Menschen zu vermeiden, unterstütze man die zeitweise Abschaltung in Dortmund. Künftig müsse aber ein reibungsloser Behördenfunk und der Betrieb des Digitalradionetzes gewährleistet sein. In Dortmund wird am Wochenende ein Aufeinandertreffen von Neonazis und tausenden Gegendemonstranten befürchtet. Nach den Kommunikationspannen der Polizei bei der Loveparade soll mit der Abschaltung des Digitalradios eine Störung des Funkverkehrs der Polizei und der Rettungskräfte vermieden werden. Die Einführung des Digitalfunks für die Polizei wird seit Jahren immer wieder angekündigt und aufgeschoben.

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