Eine Fahrradstraße im Kreuzviertel soll den ersten Abschnitt des Radschnellwegs Ruhr (RS1) in Dortmund bilden. Der Umbaustart ist seit Jahren angekündigt. Jetzt gibt es einen neuen Zeitplan.

Dortmund

, 03.11.2020, 17:55 Uhr / Lesedauer: 3 min

Eigentlich sollte zumindest am Anfang alles ganz schnell gehen. In Form einer Fahrradstraße soll das erste Teilstück des Radschnellwegs Ruhr, auch RS1 genannt, in Dortmund in Angriff genommen werden. Dazu werden die Große-Heim-Straße und die Sonnenstraße im Kreuzviertel umgebaut.

Der Aufwand sei gering, verkündete der städtische Verkehrsplaner Winfried Sagolla im Juni 2018. Nötig seien nicht viel mehr als neue Markierungen und Beschilderungen. Los gehen sollte es damit im Frühjahr 2019.

Verzögerungen in Serie

Doch seitdem reiht sich eine Baustart-Verschiebung an die andere. Als es im Frühjahr 2019 eigentlich losgehen sollte, war vom Umbaustart im Herbst desselben Jahres die Rede, im Herbst dann vom Frühjahr 2020, wenig später von Mitte 2020.

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Ein Grund für die Verspätung: Die Planer kamen zu der Erkenntnis, dass es nur mit Markierungen und neuen Schildern im ersten Abschnitt des Radschnellwegs nicht getan ist, sondern eine umfangreiche Sanierung der Fahrbahndecke nötig ist. Die Ausschreibung werde nun vorbereitet, kündigte Planungsdezernent Ludger Wilde vor gut einem Jahr an.

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Die Mitte dieses Jahres liegt bekanntlich schon weiter hinter uns. Aber inzwischen ist klar, dass auch 2020 noch kein Meter des neuen Radschnellwegs in Dortmund entstehen wird. „Das Tiefbauamt war zwar im April ausschreibebereit, sodass ein Baubeginn im Oktober/November möglich gewesen wäre“, heißt es auf Anfrage unserer Redaktion aus der Stadtverwaltung.

Bewilligungsbescheid liegt jetzt vor

Doch der Baustart scheiterte nun an der Finanzierung: Der Bewilligungsbescheid für die Landesmittel als Voraussetzung für den Start der Ausschreibung sei erst im September eingetroffen, erklärt die Verwaltung. Es habe „unerwartete Abstimmungsbedarfe mit dem Landesverkehrsministerium und der Bezirksregierung gegeben“.

Nachdem der Bewilligungsbescheid nun vorliegt, fasst die Verwaltung ein neues Zeitziel ins Auge: Im März 2021 soll nun der Umbau der Große-Heim-Straße und damit der erste Abschnitt des RS1 beginnen.

So sahen erste Entwürfe für die Große-Heim-Straße als Fahrradstraße aus.

So sahen erste Entwürfe für die Große-Heim-Straße als Fahrradstraße aus. © Stadt Dortmund

Der ist dann freilich nur gut einen Kilometer lang und endet in der Sonnenstraße kurz hinter der Möllerbrücke. In Richtung Osten sollte es dann bis zur Ruhrallee möglichst unmittelbar weitergehen, hatte Dezernent Ludger Wilde im November 2019 angekündigt. Die Ausführungsplanung sei in Arbeit.

Jetzt heißt es, dass für den Abschnitt der Sonnenstraße von Arneckestraße bis Ruhrallee eine Entwurfsplanung vorliege, die bis Ende des Jahres mit dem Land, dem Landesbetrieb Straßen NRW und der Bezirksregierung Arnsberg abgestimmt werden soll. Für die Politik soll dazu Anfang 2021 eine Vorlage erarbeitet werden. „Unmittelbar im Anschluss wird das Tiefbauamt die Ausführungsplanung erstellen“, kündigt die Verwaltung an.

Vorbereitungen für weitere Abschnitte

Derzeit würden auch Planungsvorbereitungen für weitere Abschnitte getroffen und die Vergabe mehrerer Ingenieuraufträge vorbereitet. Das Stadtplanungs- und Bauordnungsamt bereite auch dazu eine Vorlage vor, die dann der Politik ebenfalls im ersten Quartal 2021 vorgelegt werden soll.

Insgesamt ist die Dortmunder Strecke des RS1, der über gut 100 Kilometer durch das ganze Ruhrgebiet führt, 24 Kilometer lang. Im Westen folgt er weitgehend der Bundesstraße 1/A40, nach dem Schwenk über die Große-Heim-Straße in Richtung Norden dann ab dem Kreuzviertel der Trasse der S-Bahn-Linie 4. Dazu müssten dann auch neue Brücken entstehen, über die Radler die Hohe Straße und die Ruhrallee/Märkische Straße kreuzungsfrei queren können.

Vereinbarung mit dem Land

Die Stadt selbst plant dabei eigentlich nur den innerstädtischen Teil der Strecke - also rund sechs Kilometer. Für den Rest - also rund 18 Kilometer - ist das Land zuständig. Zwischen Stadt und Straßen NRW wurde dazu eine Planungsvereinbarung getroffen, nach der die Stadt die Vorentwurfs- und Entwurfsplanung auch für die freie Strecke übernimmt.

Anfang dieses Jahres wurde dafür eine neue Planerstelle geschaffen, die vom Land finanziert wird, aber in der Dortmunder Verwaltung angesiedelt ist.

Die Hoffnung ist, dass die Gesamtplanung damit beschleunigt wird. Zuletzt nannte Ludger Wilde das Ziel, den Radschnellweg in Dortmund quer durch das Stadtgebiet in drei bis vier Jahren fertigzustellen. Es fragt sich nur, wann diese drei bis vier Jahre beginnen.

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