Radschnellweg soll mitten durchs Kreuzviertel führen

Beifall bei Bürgerinfo zu RS1

Mitten durchs dichtbebaute Kreuzviertel soll der Radschnellweg Ruhr (RS1) führen. Wie die Verkehrsplaner das Kunststück vollbringen wollen, erläuterte die Stadt am Montag bei einer Bürgerversammlung im Paul-Gerhardt-Gemeindezentrum. Und es gab überwiegend Beifall.

DORTMUND

, 31.05.2016, 09:21 Uhr / Lesedauer: 2 min
Radschnellweg soll mitten durchs Kreuzviertel führen

So könnte die Einmündung des Radschnellwegs als Fahrradstraße in die Sonnenstraße nach der Brückenüberquerung der Hohen Straße aussehen. Radfahrer haben Vorfahrt, Autofahrer müssen warten.

Von der Schnettkerbrücke an der B1 kommend soll der Weg durch das Kreuzviertel bis zur Trasse der S4 am Bahnhof Stadthaus und von dort weiter in Richtung Osten führen. Der Weg durch die Dortmunder Innenstadt ist damit ohne Zweifel das komplizierteste Teilstück der 101 Kilometer langen Radschnellweg-Strecke quer durch das Ruhrgebiet. Während in anderen Städten oft stillgelegte Bahntrassen für den vier Meter breiten Komfort-Radweg genutzt werden können, geht es hier durch enge Wohnstraßen.

Sie sollen in der Regel zu speziell markierten Fahrradstraßen werden, erläuterte der städtische Verkehrsplaner Winfried Sagolla den Innenstadt-Einwohnern. Sie dürfen weiterhin mit Autos befahren werden, diese müssen allerdings Rücksicht auf die Radler nehmen. "Radler dürfen nicht weggehupt werden", stellte Sagolla klar. Und auch gegenüber den Seitenstraßen, bei denen bislang die Rechts-vor-Links-Regelung gilt, soll die RS1-Strecke Vorfahrt haben.

Kein Kahlschlag bei Parkplätzen

Der Widerspruch hielt sich bei der Bürgerversammlung in engen Grenzen. Nur drei von mehr als 100 Teilnehmern äußerten sich kritisch zum Radschnellweg. Die Hauptsorge gilt den raren Parkplätzen im Kreuzviertel. Fast alle legalen Parkplätze können auch in den Fahrradstraßen erhalten bleiben, erläuterte Sagolla. Betroffen seien allenfalls illegale Parkplätze, die den Durchgangsverkehr behindern.

Ausnahme ist die Große-Heimstraße. Wenn sie zur Fahrradstraße wird, kann das dort übliche Parken vor den Baumscheiben in zweiter Reihe nicht mehr geduldet werden. Etwa zwei Dutzend Stellplätze gingen so verloren, rechnete der Verkehrsplaner vor.

"Galerie" für Radfahrer

Diskutiert wurde von den Radschnellweg-Befürwortern neben einigen Details vor allem die mögliche Streckenführung durchs Kreuzviertel. Die größte Akzeptanz fand dabei die auch von Sagolla favorisierte Strecke, die von der B1 südlich um den Südwestfriedhof herum direkt in die Große-Heimstraße und von dort in die Sonnenstraße führt.

 

 

Während die Lindemannstraße mit einer Ampelregelung überquert werden könnte, sollen Hohe Straße und Ruhrallee mit einer neuen Radweg-Brücke parallel zur S-Bahn überquert werden.

Auch in Richtung Osten geht es dann auf einer "Galerie" neben den Gleisen bis zum Defdahl weiter. Durch Körne führt der Weg dann ebenfalls durch zum Teil zu Fahrradstraßen umgewidmete Wohnstraßen.

Hier können Sie eine virtuelle Radtour machen:

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