Rapper 18 Karat: „Meiner Mutter wurde beim SEK-Einsatz ein Wirbel gebrochen“

rnMutter im Krankenhaus

Eine Woche nach seiner Festnahme erhebt der Rapper 18 Karat aus Dortmund schwere Vorwürfe. Seine Mutter sei bei dem SEK-Einsatz schwer verletzt worden. So äußert sich die Polizei dazu.

Dortmund

, 27.11.2019, 07:24 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wegen mutmaßlicher Verbindungen zum Schuss auf einen Bandidos-Frisör in der Dortmunder City ist der Rapper 18 Karat am Mittwoch (20. November) kurzzeitig festgenommen worden. Nach ein paar Stunden durfte er wieder nach Hause, der Tatverdacht, die Waffe besorgt zu haben, erhärtete sich nicht.

Eine Woche nach der Festnahme meldet sich der Rapper via Instagram zu Wort. An seine 575.000 Fans richtet er: „Wie viele von euch bestimmt schon mitbekommen haben, ist am Mittwoch das SEK bei mir reingestürmt.“

Bevor das Spezialeinsatzkommando in seine Wohnung kam, sei es bei seiner Mutter „eingelaufen“. Dabei sei die 60-Jährige schwer verletzt worden. 18 Karat schreibt vom Einsatz eines Rettungswagens, ein Wirbel im unteren Rücken sei gebrochen.

Eine Operation sei nötig geworden, drei Monate lang könne sich die Frau wohl nicht richtig bewegen. „Wir haben eine Anwältin beauftragt, für meine Mutter Strafanzeige zu erstatten“, ist zu lesen.

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Was geht ab Leute? Ich hoffe bei euch ist alles gut. Bei mir leider nicht. Ich war in den letzten Tagen inaktiv und wollte die Sache ruhen lassen. Wie viele von euch bestimmt schon mitbekommen haben, ist am Mittwoch das SEK bei mir rein gestürmt. Ich werde mich in diesem Statement nicht dazu äußern weswegen, weil es mir nicht um mich geht. Für mich ist der Konflikt mit dem Gesetz nichts Neues. Wie ihr wisst, bin ich leider kein unbeschriebenes Blatt. Meine Manager haben sämtliche Rapportale darum gebeten, die Sache nicht öffentlich zu machen. Manche haben sich daran gehalten, andere nicht. Da ihr jetzt eh schon wisst, was Sache ist, möchte ich euch etwas erzählen. Das SEK ist, bevor es bei mir eingelaufen ist, bei meiner Mutter eingelaufen. In einer Wohnung, in der ich gar nicht lebe. Eine Wohnung, in der eine 60 jährige Frau Zuhause ist. Eine Wohnung, die nichts mit Drogen, Gewalt oder jeglicher Kriminalität auf dieser Welt zutun hat. Bei dem Einsatz wurde meine Mutter schwer verletzt. Es sind noch weitere Dinge vorgefallen, die ich hier nicht öffentlich ausbreiten möchte. Wir haben nämlich die Anwältin Arabella Pooth beauftragt, für meine Mutter Strafanzeige zu erstatten und ich will jetzt die laufenden Ermittlungen nicht gefährden. Rückfragen bitte an sie. Meine Mutter wurde letztendlich von einem Krankenwagen abgeholt und in ein Krankenhaus gebracht. Dort stellten die Ärzte schnell fest, dass ein Wirbel im unteren Rückenbereich gebrochen ist. Am nächsten Tag musste sie sogar operiert werden. Ich poste diesen Text, weil ich möchte, dass ihr alle seht, wie unfair so ein Einsatz an einer unschuldigen Frau ausgeübt wurde. Ich lasse das nicht auf mir sitzen und fordere euch alle dazu auf, mit mir gegen Polizeigewalt zu protestieren. Es hätte jede andere Mutter, die einen Sohn hat, dem eine Straftat vorgeworfen wird, treffen können. Sie kann sich die nächsten 3 Monate nicht mehr richtig bewegen und ich sehe es als Pflicht, gegen sowas anzukämpfen. Ich bitte euch alle darum, dass ihr mit mir seid und auf jeglichen Medien diesen Text hier verbreitet. Egal wie, benutzt dabei bitte immer den #gegenpolizeigewalt Mit freundlichen Grüßen euer angeblicher „Ivo“

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Die genannte Strafverteidigerin aus Dortmund ist ihrer Internetseite zufolge spezialisiert darauf, Beschuldigte in Tötungs- und Sexualdelikten sowie im Bereich der Organisierten Kriminalität zu verteidigen. Sie war bislang für keine Stellungnahme gegenüber unserer Redaktion zu erreichen.

Zu den Anschuldigungen ihm gegenüber äußert sich 18 Karat nicht, er versichert aber, dass seine Mutter gänzlich unbeteiligt gewesen sei. „Ich poste diesen Text, weil ich möchte, dass ihr alle seht, wie unfair so ein Einsatz an einer unschuldigen Frau ausgeübt wurde“, schreibt 18 Karat: „Ich lasse das nicht auf mir sitzen und fordere euch alle dazu auf, mit mir gegen Polizeigewalt zu protestieren.“

Die Frau sei „zu Fall gekommen“

Die Dortmunder Polizei äußert sich am Mittwochmorgen folgendermaßen: Am 20. November habe es Durchsuchungen in mehreren Objekten in Dortmund, Hagen und Werl, auch an dem genannten Gebäude gegeben: „Für alle Objekte lagen Durchsuchungsbeschlüsse vor.“

Bei Betreten des Hauses gaben sich die eingesetzten Polizeibeamten als „Polizei“ lautstark und unmissverständlich zu erkennen. Beim Eindringen der Polizeikräfte in die Wohnung sei die im Flur befindliche Wohnungsinhaberin zu Fall gekommen. Wie genau das passiert ist, erklärt die Polizei nicht.

„Die Ermittlungen dauern an“

Unmittelbar im Anschluss klagte die Frau über Schmerzen und wurde nach erfolgter Erstversorgung mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht. Über den Verletzungsgrad und die Art der Verletzung liegen der Polizei keine Erkenntnisse vor: „Die Ermittlungen dauern an.“

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