Rapper „18 Karat“ wegen Schuss auf Bandidos-Frisör in Dortmund festgenommen

Polizei-Ermittlungen

Vier Monate nach dem Schuss auf einen Frisör an der Hansastraße sind jetzt Verdächtige in Dortmund festgenommen worden. Unter ihnen ist auch der Rapper „18 Karat“.

Dortmund

, 20.11.2019, 10:52 Uhr / Lesedauer: 2 min
Rapper „18 Karat“ wegen Schuss auf Bandidos-Frisör in Dortmund festgenommen

An der Hansastraße ist im Juli ein Frisör schwer verletzt worden. © Verena Schafflick

Großeinsatz wegen versuchtem Tötungsdelikt: Am frühen Mittwochmorgen (20.11.) standen Spezialeinsatzkommandos (SEK) der Polizei vor fünf Wohnungen und einem Geschäftsraum. Vier dieser sechs Gebäude befinden sich in Dortmund, erklärt die Staatsanwaltschaft auf Anfrage.

„Dabei gab es mehrere Festnahmen“, so Sprecher Henner Kruse. Unter ihnen sei auch der Rapper „18 Karat“. Das hatte zuerst die Bild berichtet. Der Einsatz stehe im Zusammenhang mit einer Tat im Juli an der Hansastraße: Ein Unbekannter hatte am helllichten Tag einem Frisör ins Bein geschossen und schwer verletzt.

Die Verdächtigen werden jetzt verhört. Ob sie Angaben zu den Vorwürfen machen, sei noch abzuwarten, so Kruse. Allerdings: „Wir gehen nicht davon aus, dass der Schütze unter den Festgenommenen ist“, so der Staatsanwalt. „18 Karat“ durfte laut Bild am Mittag bereits wieder nach Hause. Der Verdacht einer Tatbeteiligung habe sich nicht erhärtet.

Die Ermittler suchen unter anderem mit einem Fahndungsfoto nach dem Haupttäter. Sie gehen von einem Racheakt zwischen der Rockergruppe Bandidos und dem verfeindeten Miri-Clan aus.

Der Frisör hat Revision gegen seine Haftstrafe eingelegt

Der Frisör Benjamin G. ist zu vier Jahren Haft verurteilt worden, weil er das führende Clanmitglied Esmat E. im September 2018 mit einem Messer schwer verletzt habe. Weil er Revision gegen das Urteil eingelegt hat, ist er aktuell aber noch auf freiem Fuß.

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Der festgenommene Musiker „18 Karat“ ist der Polizei bereits bekannt. Sein Umfeld wurde im Jahr 2017 beschuldigt, den konkurrierenden Rapper Miami Yacine mit Totschlägern und Reizgas überfallen zu haben. Außerdem soll Miami Yacine bei der Tat angefahren worden sein. Ein geplantes Konzert im FZW wurde daraufhin aus Sicherheitsbedenken kurzfristig abgesagt.

Einen Tag nach dem Angriff fielen Schüsse in einer Bar an der Stahlwerkstraße in der Nordstadt. Diese Bar wird dem Miri-Clan zugerechnet, dem „18 Karat“ nahesteht. Der Rapper postete im Sommer ein Instagram-Foto mit Clanmitglied Esmat E. mit dem Kommentar „Familie“.

Erst am Dienstagabend hat „18 Karat“ ein Foto aus dem Tonstudio hochgeladen und schrieb dazu: „Album Nr. 5 ist auf dem Weg!!“ Beide Beiträge davor zeigen den Rapper in einer Gefängniszelle. „Warum riskier ich meine Freiheit für Geld, das mich einsperrt“ schrieb er dazu unter anderem, und „Staatsfeind Nummer eins, König der Verbrecher“.

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