Ärger um Raser: „Diese Poser stellen eine Gefahr für die Sicherheit dar“

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Nach zwei Unfällen mit verletzten Kindern innerhalb kurzer Zeit gerät auch die Raserszene wieder vermehrt in den Fokus. Ein Dortmunder Vorort heizt die Diskussionen besonders an.

Lütgendortmund

, 14.08.2020, 17:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Innerhalb weniger Tage wurden in Oespel und in Kirchlinde zwei Kinder von Autos erfasst und teils schwer verletzt. Im Oespeler Fall wurden im Nachhinein Stimmen laut, die Raser und fehlende Verkehrskontrollen für derartige Unfälle verantwortlich machten.

Nun sorgen auch Lütgendortmunds Mitte und weitere Teile des Stadtbezirks für Diskussionen. Auf Facebook fallen unter einem entsprechenden Post gleich mehrere Straßennahmen: Lütgendortmunder Straße und Lütgendortmunder Hellweg, Provinzialstraße, Martener Straße sowie Limbecker Straße.

Auch auf Parkplätzen wie dem des Rewe-Marktes Amshove an der Lütgendortmunder Straße mache sich die Raserszene bei den Anwohnern unbeliebt.

Raser sind in den Abendstunden unterwegs

„Die fahren mit mindestens 80 bis 100 km/h am Busbahnhof vorbei und danach auf den Parkplatz neben dem Rewe in Lütgendortmund“, schreibt ein Facebook-User. „Da wird dann mit quietschenden Reifen im Kreis gefahren. Jeden Abend zwischen 21 und 23 Uhr.“

Die Abendstunden werden auch andernorts als beliebteste Zeit für Raser genannt. Doch es geht den Facebook-Kommentatoren nicht nur um ihre Nachtruhe. Die meisten sind vor allem um die Sicherheit besorgt.

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„Diese Raser und Poser stellen eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung dar“, schreibt ein User und erntet damit zahlreiche Likes. Ihre Angst begründen viele damit, dass die Polizei im Ernstfall nicht erreichbar sei.

„Es heißt immer ‚der Wagen aus Lütgendortmund ist gerade anderweitig im Einsatz, der Wagen aus Huckarde bräuchte zu lange [...]. Wir schicken den Wagen aus Lütgendortmund vorbei, sofern er frei ist‘“, zitiert eine verärgerte Userin ihr bisherige Erfahrung bei Polizei-Anrufen.

Polizei will mehr kontrollieren

Polizei-Pressesprecherin Dana Seketa betont auf Anfrage, dass die Polizei die Anrufe der Anwohner stets ernst nehme. Allerdings sei die Raserszene gerade bei trockenem, wärmeren Wetter nur schwer zu kontrollieren.

„Der Kern ist immer der Wall-Bereich in der Innenstadt, dort tummeln sich die Raser und dementsprechend auch die Kollegen“, erklärt Dana Seketa. „Wenn die Kollegen aus Lütgendortmund gerade anderswo im Einsatz sind, kann es leider vorkommen, dass sie für die Raser zu spät ankommen – zumal die ja auch zügig weg sind, weil sie wissen, dass ihr Tun nicht legal ist.“

Dass Lütgendortmund aktuell besonders attraktiv für Raser ist, sei statistisch nicht nachvollziehbar. Allerdings sei davon auszugehen, dass die Raser bereits von Anwohnern gemeldet wurden.

„Dementsprechend sind die Kollegen sensibilisiert“, sagt Dana Seketa. „Ich werde es aber erneut weiterleiten, damit es entsprechende Kontrollen gibt.“

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