Raser und LKW: Bilanz der verstärkten Kontrollen

Wall, Phönix West und Autobahnen

Die Polizei hat kontrolliert: LKWs auf den Autobahnen, Raser und Tuner am Dortmunder Wall und in Phönix-West. Die Bilanz ist erschreckend. Viele LKWs waren erheblich überladen oder die Fahrer nicht fahrtüchtig. Am Wall fuhren Fahrer doppelt so schnell wie erlaubt, mit Glasauge oder ohne Führerschein und Versicherung.

DORTMUND

, 03.07.2016, 14:29 Uhr / Lesedauer: 2 min
Raser und LKW: Bilanz der verstärkten Kontrollen

Durch angekündigte Kontrollen will die Polizei Rasern gründlich das zweifelhafte Vergnügen verderben.

Freitag- und Samstagnacht kontrollierte die Polizei wieder Autos auf dem Dortmunder Wall und auf Phönix-West, wo sich regelmäßig Raser und Tuner treffen. In beiden Nächten haben die Beamten jede Menge Verwarngelder verteilt und einige Anzeigen gestellt. 

Insgesamt drei junge Fahrer fuhren bei zulässigen 50 km/h deutlich zu schnell und wurden dabei erwischt: Rekordhalter war ein 24-jähriger Paderborner, der mit seinem BMW mit 102 km/h doppelt so schnell fuhr, wie erlaubt. Zwei 18-Jährige aus Hamm und Dortmund waren mit 79 km/h und 76 km/h auch deutlich über der erlaubten Geschwindigkeit.

Einer mit Alkohol, einer mit Glasauge

Samstagnacht während des EM-Viertelfinalspiels Deutschland gegen Italien war auf dem Wall praktisch nichts los: Weder Autos, noch Personen waren unterwegs. Nach Ende des Spiels gab es Autokorsos und der Wall füllte sich.

Während einem dieser Autokorsos fiel der Polizei ein 45-jähriger Dortmunder auf: bei jedem Fahrzeugstopp stieg er aus seinem PKW aus und ging etwas unsicher auf der Straße umher. Anschließend stieg er wieder in sein Fahrzeug und fuhr weiter. Ohne großes Zögern kontrollierte die Polizei mit einem Atemtest, ob er unter Alkoholeinfluss stand. Das Ergebnis: 2,04 Promille. Ihm wurde eine Blutprobe entnommen und der Führerschein sichergestellt.

Auch bei einem anderen PKW hatten die Beamten den Verdacht, der Fahrer könnte Alkohol getrunken haben, da er sehr unsicher fuhr. Ein Atemtest war aber negativ. Stattdessen stellte sich heraus, dass der 71-jährige Fahrer seit 1990, nach einem Unfall, ein Glasauge besaß. Damit kann er nicht mehr sicher Auto fahren, einen neuen Sehtest oder eine generelle Überprüfung gab es aber seitdem nicht mehr. Die Beamten fertigten einen Eignungsbericht für die Führerscheinstelle an.

Ruhige Kontrollen in der Tuning-Szene

Die Fahrgäste einer Stretch-Limousine aus Hamm mussten in Dortmund zu Fuß weitergehen, nachdem der Wagen in der Innenstadt angehalten wurde. Bei der Überprüfung stellte die Polizei fest, dass die Genehmigung, Personen zu fahren, seit drei Tagen abgelaufen war. Gegen den Fahrer und den Halter wurde eine Anzeige geschrieben. Sie können eine Strafe von etwa 1000 Euro erwarten.

Noch skurriler war der Fall eines 26-Jährigen: Er hatte keinen gültigen Führerschein und sein Auto war nicht versichert.

Die Kontrollen der Tuning-Szene waren dagegen eher harmlos: Im Bereich Phönix-West wurden vereinzelt szenetypische Fahrzeuge und -fahrer angehalten, die sich nicht an die Durchfahrtsverbote gehalten hatten.

LKW-Kontrollen an den Autobahnen

Aber nicht nur in der Stadt stellte die Polizei Verstöße gegen alle möglichen Regeln fest. Bei verstärkten Kontrollen auf den Autobahnen in der vergangenen Woche zogen die Beamten einige Fahrzeuge und Fahrer aus dem Verkehr, die eine Gefahr auf den Straßen darstellten.

Zwei Fahrer für Paketdienste fuhren mehrere Fahrten ohne Fahrerkarte - ein erheblicher Verstoß gegen die Sozialvorschriften für Kraftfahrer. In insgesamt zehn Fällen wurden die Personalvorschriften für Kraftfahrer nicht eingehalten. Der häufigste Verstoß war allerdings eine nicht ausreichend gesicherte Ladung oder eine Überladung des Fahrzeuges. Besonders auffällig waren dabei mehrere Autotransporte nach Polen, die deutlich überladen waren. 

In einigen Fällen waren die Verstöße so gravierend, dass die Weiterfahrt untersagt werden musste - so bei einem LKW, bei dem das ABS ausgefallen war. 

Die Polizei kontrollierte:
  • In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch auf dem Rastplatz Westerfilde an der A 45 in Richtung Oberhausen.
  • In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag auf dem Rastplatz Buchenhain an der A 44 in Richtung Kassel.
  • In der Nacht von Donnerstag auf Freitag auf dem Parkplatz Kleine Herrenthey an der A 2 in Richtung Hannover.

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