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Rathaussturm: Neonazis freigesprochen

Angriff auf SPD-Politiker

Nach dem Dortmunder Rathaussturm von Mai 2014 sind am Montag drei Neonazis freigesprochen worden. Ihnen war vorgeworfen worden, den Dortmunder SPD-Politiker Dirk Sanke angegriffen zu haben. Das ließ sich laut Urteil aber nicht beweisen.

DORTMUND

30.11.2015 / Lesedauer: 2 min

Aktualisierung 14.40 Uhr: Zeugenaussage nicht aussagekräftig genug

Der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Wickede hatte die Angeklagten zwar kurz nach der Tat auf einem Foto identifiziert. Im Prozess konnte er jedoch nicht sagen, woran er sie damals überhaupt erkannt haben will. Als die Richter nach persönlichen Merkmalen fragten, musste der 51-Jährige passen.

Dabei hatte einer der Angeklagten sogar eine große Tätowierung am Hals. Für eine Verurteilung war das den Richtern am Ende zu wenig. Die Angeklagten hatte sich vor Gericht nicht zu den Vorwürfen geäußert.

Erste Meldung 13.13 Uhr: Sanke wurde geschlagen und getreten

Die drei Angeklagten sollen zu der Gruppe von Neonazis gehört haben, die nach der Kommunalwahl das Rathaus stürmen wollte. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass sie dabei den Vorsitzenden des SPD-Ortsvereins Wickede Dirk Sanke geschlagen, getreten und zu Boden geschubst haben.

Sanke hatte damals nach eigenen Angaben immer wieder lautstark den Slogan „Nazis raus“ gerufen. Daraufhin war er angegriffen worden. „Die sind auf mich zugekommen und wollten mich einschüchtern“, sagte der 51-Jährige bei seiner Zeugenvernehmung vor dem Dortmunder Amtsgericht. Dann sei er auch schon vor einen Pfeiler geschubst worden und zu Boden gegangen. Einen der Angeklagten hat Sanke im Gerichtssaal als Täter wiedererkannt – die anderen beiden nicht.

In der vergangenen Woche war der Neonazi Daniel Grebe, der für die rechtsradikale Splitterpartei "Die Rechte" in der Bezirksvertretung Scharnhorst sitzt, unter anderem wegen seiner Rolle beim Rathaussturm zu 22 Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt worden.

An besagtem Abend im Mai 2014' tag=' soll Grebe eine Bierflasche in eine Menschengruppe geworfen haben, die sich gegen die vor dem Rathaus erschienenen Neonazis gestellt hatte. Ein Mann wurde von dem Wurfgeschoss getroffen und erlitt eine blutende Platzwunde.

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