Rauchmelder: Wie teuer sie sind und wer die Kosten trägt

Fragen und Antworten

In NRW gilt bereits seit 2013 die Rauchwarnmelder-Pflicht: Neubauten müssen seither mit Rauchwarnmeldern ausgestattet sein – bis Ende 2016 gilt das für sämtliche bestehenden Haushalte. Was bedeutet das für Mieter? Welche Kosten kommen auf sie zu? Welche Geräte sind zu empfehlen? Wir haben Fragen und Antworten gesammelt.

Dortmund

von Zahra Elisa Yacoub, Michael Schnitzler

, 28.08.2016, 00:34 Uhr / Lesedauer: 2 min
Rauchmelder: Wie teuer sie sind und wer die Kosten trägt

Fachmann Dirk Rutenhofer zeigt einen Rauchwarnmelder, einer seiner Mitarbeiter bringt ein Exemplar an. Bis 31. Dezember 2016 müssen die Geräte in allen deutschen Haushalten vorhanden sein.

600 Menschen im Jahr sterben in Deutschland durch Brände, 6000 erleiden Brandverletzungen mit Langzeitschäden. Die Zahlen sollen sinken, daher gilt in Nordrhein-Westfalen seit 1. April 2013 die Rauchwarnmelder-Pflicht. Neubauten müssen schon seither mit Rauchwarnmeldern ausgestattet sein – bis 31. Dezember 2016 gilt das für sämtliche bestehenden Haushalte. Die wichtigsten Fragen und Antworten rund um die Rauchwarnmelder-Pflicht im Überblick.

Wen betrifft die Rauchwarnmelder-Pflicht?

Vermieter, Mieter sowie Eigentümer von Wohnungen und Häusern. Grundlage ist die Landesbauordnung (BauO § 47, Abs. 7).

Welche Räume müssen mit Rauchmeldern ausgestattet werden?

Mit je einem Rauchwarnmelder (kurz: Rauchmelder) ausgestattet werden müssen die Decken in Schlaf- und Kinderzimmern sowie in Fluren, die als Rettungswege von Aufenthaltsräumen (zum Beispiel Wohnzimmer) dienen. Die Feuerwehr Dortmund empfiehlt zudem, auch Melder im Wohnzimmer, im Keller und auf dem Dachboden zu installieren. Eine Pflicht dafür besteht aber nicht.

Was, wenn der Mieter schon Rauchmelder eingebaut hat?

2014 entschied das Amtsgericht Dortmund, dass ein Mieter seine eigenen Rauchmelder behalten darf. Diese Entscheidung wurde 2015 aber vom Bundesgerichtshof überholt. Es entschied, dass Vermieter das Recht haben, zu entscheiden, ob sie eigene Rauchmelder einbauen wollen. Martin Grebe, Rechtsberater beim Mieterverein Dortmund, rät: „Trotzdem sollte der Mieter versuchen, den Vermieter davon zu überzeugen die Rauchmelder des Mieters eingebaut zu lassen.“ Der Vermieter, das sagt der Eigentümerverband Haus & Grund, müsse sich allerdings von der ordnungsgemäßen Installation und Betriebsbereitschaft der Geräte überzeugen und dies dokumentieren.

Eigentümer sind selbst für die Montage und Wartung von Rauchmeldern in ihren Häusern/Wohnungen verantwortlich. Wie sieht es bei Mietwohnungen aus?

Der Eigentümer, also der Vermieter, muss die Wohnung mit Rauchmeldern ausstatten und diese montieren. Martin Grebe vom Mieterverein rät, dass Vermieter und Mieter miteinander abklären, „wer die Rauchmelder einbaut und wo“. Deren Betriebsbereitschaft muss laut Bauordnung grundsätzlich „der unmittelbare Besitzer“ der Wohnung sicherstellen – also der Mieter. Dirk Rutenhofer, Geschäftsführer der Weckbacher Sicherheitssysteme GmbH in Dortmund, rät, monatlich auf die Prüftaste der Rauchmelder zu drücken, um zu sehen, ob sie noch funktionieren.

Wie teuer sind Rauchmelder?

Generell gilt: Es dürfen – übrigens mittig an der Decke, mit 50 Zentimetern Abstand zu den Wänden – nur Rauchmelder eingebaut werden, die der DIN EN 14604 entsprechen. Es gebe, so die Feuerwehr Dortmund auf ihrer Internetseite, „durchaus zuverlässige Geräte“ schon für unter 5 Euro. Sie haben eine austauschbare 9-Volt-Batterie. Dirk Rutenhofer rät allerdings zu höherwertigen 10-Jahres-Rauchmeldern mit fest verbauter Lithiumbatterie: „Da hat keiner Ärger mit, weil die Batterie nicht immer getauscht werden muss.“ Die 10-Jahres-Rauchmelder, so Rutenhofer, kosteten zwischen 20 und 25 Euro. Zu kaufen sind Rauchmelder bei Elektronikhändlern und Sicherheitsfachgeschäften. bDer Vermieter entscheidet, welche Geräte er anschafft.

Benötigen Leute, die in der Wohnung rauchen, spezielle Geräte?

Nein, sagt Rutenhofer. Auch dann könne man die normalen Rauchmelder nutzen. Diese würden nicht anspringen, nur weil jemand raucht.

Wer trägt die Kosten?

Die Kosten für die Anschaffung und den Einbau der Rauchmelder gehören zu den Modernisierungskosten. Jährlich elf Prozent dieser Kosten dürfe der Vermieter auf den Mieter übertragen, sagt Martin Grebe. Werden in einer Wohnung zum Beispiel vier Rauchmelder à 25 Euro installiert, kann der Vermieter also 11 Euro auf die Grundmiete des Mieters umlegen.

Können Kosten für die Wartung der Rauchmelder entstehen?

Grundsätzlich muss, wie gesagt, der Mieter für die Funktionsfähigkeit der Geräte sorgen. In einigen Mietverträgen, so Mietervereins-Sprecher Markus Roeser, könne aber stehen, dass der Vermieter für die Wartung von Rauchmeldern zuständig ist. Und: Vermieter und Mieter könnten neu vereinbaren, dass der Vermieter die Wartung übernimmt. In beiden Fällen kann der Vermieter die Betriebskosten auf den Mieter umlegen. Dem Mieterverein zufolge könnten die Wartungskosten pro Jahr – und je Rauchmelder – bei vier bis sechs Euro liegen.

Feuerwehr rechnet mit mehr Fehlalarmen 

140 Einsätze in Verbindung mit Rauchmeldern in Privathaushalten zählte die Feuerwehr Dortmund 2015 (auch Fehlalarme). Die Feuerwehr registriert seit 2013 eine gestiegene Anzahl an Fehlalarmen (2013: 1218, 2014: 1839, 2015: 2236). Das, sagt Pressesprecher André Lüddecke, führe man auch auf das Auslösen von Rauchmeldern zurück. Manchmal piepse ein Rauchmelder wegen eines technischen Defekts oder leerer Batterien. Das könne ein Nachbar als Alarm interpretieren. Durch die Pflicht sei künftig mit mehr Fehlalarmen zu rechnen, so Lüddecke. Aber: „Wir können nicht erwarten, dass jeder einen Rauchmelder hat, und uns andererseits beschweren, dass es mehr Fehlalarme gibt.“ Wenn die Feuerwehr wegen eines Rauchmelder-Fehlalarms ausrückt, trägt der Steuerzahler die Kosten.

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