Real-Überfall: Sechs Jahre Haft nach fünfjähriger Flucht

Landgericht Dortmund

Milde Strafe im Prozess um den Raubüberfall auf den Real-Supermarkt in Aplerbeck vom April 2010: Das Landgericht hat den 32-jährigen Angeklagten am Mittwoch zu sechs Jahren Haft verurteilt. Der Richter ließ nur aus einem Grund Milde walten.

DORTMUND

13.07.2016, 14:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der Angeklagte; als er sein Geständnis ablegte.

Der Angeklagte; als er sein Geständnis ablegte.

Bei dem Überfall hatte der Angeklagte im Tresor-Büro des Supermarktes zwei Mitarbeiterinnen überwältigt und mit Kabelbindern gefesselt. Sichtlich mitgenommen sagte eine von ihnen am Mittwoch als Zeugin aus.

Der 32-Jährige hatte die Tat von Anfang an gestanden. Die Beute von 75.000 Euro habe er sich mit zwei Komplizen geteilt. Den Tipp für den Raubzug will er von einem früheren Auszubildenden des Real-Marktes erhalten haben. Um unerkannt bis zur Bürotür zu gelangen, hatte er außerdem zuvor in einem anderen Supermarkt einen weißen Mitarbeiter-Kittel gestohlen.

Die Richter würdigten vor allem das volle Geständnis des Angeklagten. „Nur deshalb sind wir zu dieser milden Strafe gekommen“, sagte der Vorsitzende in der Urteilsbegründung. Weiteres Entgegenkommen konnte der 32-Jährige im Prozess jedoch nicht erwartet. Während der gesamten Verhandlungsdauer musste er Fußfesseln tragen. „Sicher ist sicher“, sagten die Richter. 

Der Prozess konnte erst jetzt stattfinden, weil der Mann 2011 aus dem Bochumer Gefängnis geflohen und in Bosnien untergetaucht war.

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