Recherche in Plovdiv - auf den Spuren der Armut

Reise startet heute

Diese Reise sorgte für Aufsehen: 2011 fuhren zwei Mitglieder unserer Redaktion ins bulgarische Plovdiv. Hintergrund: Eine massenhafte Zuwanderung von Roma aus Plovdiv in die Dortmunder Nordstadt. Mit eigenen Augen erlebten sie, warum Menschen wenig im dortigen Elend hielt. Heute startet eine neue Recherchereise.

DORTMUND/PLOVDIV

, 23.09.2014, 00:46 Uhr / Lesedauer: 1 min
Blick in den "Dortmunder Block": Die Roma in Stolipinovo nennen das Quartier so, nachdem sie auf Fotos gesehen haben, wie ihre Landsleute in der Dortmunder Nordstadt leben.

Blick in den "Dortmunder Block": Die Roma in Stolipinovo nennen das Quartier so, nachdem sie auf Fotos gesehen haben, wie ihre Landsleute in der Dortmunder Nordstadt leben.

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Im Mittelpunkt stehen in dieser Woche während der Gespräche und Recherchen die Arbeit des Vereins zur Förderung bulgarischer Kinderheime und die Fahrt in den Plovdiver Stadtbezirk Stolipinovo. In dem Plattenbau-Bezirk mit 45 000 Einwohnern ist die Armut besonders groß. Von dort stammen die meisten Bulgaren, die in den letzten Jahren in Dortmund gestrandet sind. Meist waren es Roma.

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Dortmunder Delegation auf den Spuren der Roma

Weil Roma aus der Stadt Plowdiw in Bulgarien in der Nordstadt zahlreiche Probleme auslösen, haben sich die RN-Reporter Gaby Kolle und Peter Bandermann auf ihre Spuren begeben. Sie besuchten den Plowdiwer Stadtteil Stolipinovo. Dort leben bis zu 50.000 Roma unter größtenteils elendigen Bedingungen.
21.02.2011
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Hinterhof eines der vielen Plattenbauten: Hier stapelt sich der Müll. Die Menschen schmeißen den Müll einfach aus dem Fenster.© Foto: Peter Bandermann
Ein "Spielplatz" in Stolipinovo: Umgeben von Müll wachsen die Roma-Kinder in dem Elendsviertel auf.© Foto: Peter Bandermann
Zwei Jungen posieren in Stolipinovo für ein Foto.© Foto: Peter Bandermann
Eine von vielen Straßen in Stolipinovo: Schlamm und Schlaglöcher prägen das Bild. Im Winter liegt ein beißender Geruch von Abgasen aus Braunkohleöfen über dem Ost-Bezirk der Stadt Plowdiw. An heißen Tagen im Sommer riecht es nach Müll.© Foto: Peter Bandermann
Stolipinovo an einem Montagmittag: Kinder versuchen inmitten von Müll Waschmittel zu verkaufen. Stärker könnte der Kontrast nicht sein.© Foto: Peter Bandermann
Trotz Armut und Elend: Dieser Junge legt Stolz und Selbstbewusstsein in sein Gesicht.© Foto: Peter Bandermann
Die Pferdekutsche ist ein weit verbreitetes Transportmittel.© Foto: Peter Bandermann
Zwei Kinder fahren an einem Montagvormittag mit einer Pferdekutsche durch die Straßen Stolipinovos: Viele von ihnen gehen nicht zur Schule, obwohl ein Abschluss die Chancen auf dem Arbeitsmarkt deutlich erhöht.© Foto: Peter Bandermann
Assen Karagjozov ist der Vorsitzende der Roma-Stiftung in Stolipinovo. Der Mann genießt ein hohes Ansehen und kennt die Roma-Probleme in Dortmund - 2010 war er in der 2230 Kilometer entfernten Ruhrgebiets-Stadt zu Besuch.© Foto: Peter Bandermann
Bildung ist der einzige Ausweg aus diesem Elend.© Foto: Peter Bandermann
Eindrücke aus Plowdiw.© Foto: Peter Bandermann
Ein Roma-Mädchen lernt in einer Schule der Roma-Stiftung. Aufmerksam hört das Kinder der Mathematiklehrerin zu.© Foto: Peter Bandermann
Die Roma-Schule in Plowdiw.© Foto: Peter Bandermann
Die Schule soll die junge Roma-Generation aus dem Elend führen. Eine Stiftung sorgt in Stolopinovo für die Ausbildung der Kinder und Jugendlichen.© Foto: Peter Bandermann
Darina Kukeva ist die Leiterin eines Kinderheims in Plowdiw. 95 Prozent der Kinder in den Heimen und Waisenhäusern Bulgariens sind Roma-Kinder.© Foto: Peter Bandermann
Hotelwirtin Kunka Kolewa aus Plowdiw kommentiert das Ziel der Delegation aus Dortmund mit nur einem Wort: "Aha" sagt sie über Stolipinovo. So heißt der Ost-Bezirk der Stadt, in dem die Roma unter elendigen Bedingungen leben.© Foto: Peter Bandermann
Fahnen-Komposition in Plowdiw: Oben die Stadt-Fahne, dann die EU-Fahne, unten Deutschlands Farben und links die bulgarische Flagge. Bulgarien ist seit 2007 Mitglied der Europäischen Union.© Foto: Peter Bandermann
Die Dortmunder Delegation zu Besuch bei der Roma-Stiftung in Stolipinovo: Darunter der Dolmetscher Kiril Kirvo (2. von links), Ruhr Nachrichten-Redakteurin Gaby Kolle (3. von Links), Melanie Schmickler vom Ordnungsamt (4. von links), Ingo Moldenhauer vom Ordnungsamt (dahinter), Assen Karagjozov als Vorsitzender der Roma-Stiftung (5. von rechts) und Elke Rehpöhler (3. von rechts) von der Dortmunder Beratungsstelle für Prostituierte, "Kober" (3. von rechts).© Foto: Peter Bandermann
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Die Roma in den Slums von Stolipinovo: Auch Prinz Charles war da

Das Elend in dem Plowdiwer Roma-Viertel Stolipinovo ist groß. Eine Stiftung versucht, die junge Generation mit Bildung und Familienplanung aus der Armut herauszuführen.
22.02.2011
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Bisher prominentester Gast neben dem bulgarischen Staatspräsidenten war der englischen Prinz Charles. Sein Besuch verhalf dem Ostbezirk der Stadt Plowdiw in den 90-er Jahren zu mehr Aufmerksamkeit und damit zu mehr Geld.© Repor: Peter Bandermann
Kinder im Ostviertel der bulgarischen Stadt: Die Roma kämpfen hier ums nackte Überleben. Eine besonders aktive Stiftung bemüht sich, die junge Generation aufzuklären und auszubilden.© Foto: Peter Bandermann
Gespräch der Dortmunder Delegation mit Vertretern der Roma-Stiftung, die 30 Angestellte beschäftigt. Die Stiftung informierte über zahlreiche Projekte, vom Jugendclub bis zur Familienplanung mit nicht mehr als zwei Kinder.© Foto: Peter Bandermann
Der Vorsitzende der Roma-Stiftung, Assen Karagjozov, konnte mit Geld aus EU-Etats schon viele wichtige Projekte initiieren. Er sieht aber auch hohe bürokratische Hürden, viel zu komplizierte Antragsverfahren und zu kurz angelegte Projekte.© Foto: Peter Bandermann
Sexualaufklärung, Gesundheitsfürsorge, Familienplanung: Mit Sozialarbeit will die Roma-Stiftung die immer größer werdende Zahl der ethnischen Minderheit aus dem Elend heraus führen.© Foto: Peter Bandermann
Am 24. November 1998 trug sich der englische Prinz in das Gästebuch der Roma-Stiftung ein.© Foto: Peter Bandermann
Der Dolmetscher der Delegation aus Dortmund, Kiril Kirov, schreibt einen Text in das Gästebuch.© Foto: Peter Bandermann
Elke Rehpöhler von den Katholischen sozialen Diensten und Melanie Schmickler (links) vom Ordnungsamt der Stadt Dortmund haben ebenfalls unterschrieben.© Foto: Peter Bandermann
Auch die Ruhr Nachrichten sind jetzt eingetragen: Redakteurin Gaby Kolle leistet die Unterschrift.
Stolz zeigt der Vorsitzende der Roma-Stiftung, Assen Karagjozov, einen von Ruhr Nachrichten-Redakteurin Gaby Kolle überreichten BVB-Wimpel. Schwarz-Gelb, dass sind auch die Farben des örtlichen Fußballvereins. Rechts Ingo Moldenhauer von der Stadt Dortmund (Ausländerbehörde).© Foto: Peter Bandermann
Lernen ist der Schlüssel, den die Kinder ins Schloss stecken müssen. Tatsächlich besitzen ausgebildete Roma deutlich bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt.© Foto: Peter Bandermann
Die Schule ist die Drehscheibe, die in ein besseres Leben führen soll. Tatsächlich gibt unter den Roma sehr viele Analphabeten. Die Roma-Stfitung baut Alphabetisierungs-Schulen für Erwachsene auf und initiiert ein Schulbus-Projekt, mit dem Jungen und Mädchen zur Schule gefahren und wieder nach Hause gebracht werden.© Foto: Peter Bandermann
Für deutsche Verhältnisse funktioniert die Schulausbildung unter einfachen Bedingungen. Für die von Armut geprägten Roma ist dies hier Luxus.© Foto: Peter Bandermann
Zwei Berufskolleginnen treffen sich im Problembezirk Ost-Plowdiw: Elke Rehpöhler (rechts) von den Katholischen sozialen Diensten in Dortmund kennt Roma-Frauen aus der "Kober"-Beratungsstelle, die am Straßenstrich an der Ravensberger Straße einen Container betreibt.© Foto: Peter Bandermann
Das Bürogebäude der Romo-Stiftung.© Foto: Gaby Kolle
Die Roma-Stiftung leistet wichtige Aufklärungsarbeit, schafft Grundlagen und versorgt Helfer und Bürger mit wichtigem Material, dass sich die Menschen sonst nie besorgen würden.© Foto: Gaby Kolle
Das Bürogebäude der Roma-Stiftung im Ostbezirk Plowdiws. Hier betreibt die Stiftung auch eine Schule.© Foto: Gaby Kolle
Ein Augenblick im größten Roma-Viertel Plowdiws. Es fehlt an Kanalisation, Straßenbau und Müllabfuhr. Dies ist ein Slum.© Foto: Gaby Kolle
Ein österreichischer Energieversorger hat das Roma-Viertel elektrifiziert.© Foto: Gaby Kolle
Typische Szene im Roma-Viertel. Die allermeisten Menschen wohnen in den Plattenbauten aus der Zeit des Kommunismus. Die Siedlungen verfallen zusehends.© Foto: Gaby Kolle
Die Fleischtheke eines Supermarkts.© Foto: Gaby Kolle
An diesem Stand mitten im Viertel gibt es Obst und Gemüse. Die Frauen verdienen sich so etwas Geld.© Foto: Gaby Kolle
Hunde und auch Katzen sind die ständigen Wegbegleiter in dem Roma-Viertel. Im Müll suchen sie nach Futter.© Foto: Gaby Kolle
Zwei alte Roma-Frauen beim Gespräch an einem Montagmittag.© Foto: Gaby Kolle
Müll, wohin das Auge reicht: Hier in Plowdiw erklärt sich, warum die Roma auch in der Dortmunder Nordstadt den Müll einfach in die Hinterhöfe werfen: das ist normal. Die Roma sprechen hier, an diesem Ort in Stolipinovo, vom "Dortmund-Block", weil es auch in der Nordstadt Bilder dieser Art gibt - wenn auch mit deutlich kleinerem Ausmaß.© Foto: Gaby Kolle
Überall versuchen die Roma, Waschmittel zu verkaufen. Das Bedürfnis nach Sauberkeit ist offenbar - am Müll auf den Straßen und zwischen den Häusern ist das allerdings nicht zu erkennen.© Foto: Gaby Kolle
Auch das ist ein typisches Bild: Neben befestigten Straßen gibt es auch einen Untergrund aus Schlamm und Müll.© Foto: Gaby Kolle
Ein Haus "reicher" Roma.© Foto: Gaby Kolle
Typischer Straßenzug im Plowdiwer Roma-Viertel Stolipilonov.© Foto: Gaby Kolle
Auch das ist ein posititves Ergebnis der Stiftungs-Arbeit: Der Stadtgarten im Roma-Viertel.© Foto: Gaby Kolle
Auch um ihren Zukunft geht es: Zwei junge Roma-Männer im Stadtteil Stolipilonow im Osten der Stadt Plowdiw in Bulgarien. Bildung entscheidet hier über Armut und Elend oder Arbeit. Würde einer dieser jungen Männer nicht arbeiten, bekäme er 30 Euro Sozialhilfe pro Monat.© Foto: Gaby Kolle

Der Rotary-Club Dortmund und das Medienhaus Lensing Hilfswerk unterstützen in der Region den Aufbau einer Schneiderwerkstatt. Das Projekt soll sich später selbst tragen – Hilfe zur Selbsthilfe lautet die Devise.

 

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