René Steinberg wird für seinen Despacito-Hit und den Moonwalk zum Kinderlied gefeiert

rnCabaret Queue

Mülheimer Kabarettist setzt im ausverkauften Cabaret Queue den Irren der Welt und nervigen Mitmenschen Freude und Humor entgegen und erklärt, wie man Depression vorbeugen kann.

Hörde

, 16.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Humor als Waffe gegen die irren Staatenlenker dieser Welt sowie entlarvende Freundlichkeit im Alltäglichen sind die Mittel von René Steinberg. Diese bietet er im neuen Programm „Freuwillige Vor! Wer lacht, macht den Mund auf“ anschaulich dar.

Das ausverkaufte Cabaret Queue folgt dem Mülheimer Kabarettisten willig, feiert ihn während des Auftritts sowie nach fast drei Stunden mit langem Applaus. Vor allem bei den interaktiven Teilen, bei denen Geburtstagskind Rüdiger ebenso gut mitmacht wie Mutter und Sohn in der ersten Reihe.

Goethes lustiger Faust

So beleben sie Steinbergs „Faust“-Version – „von Goethe, nicht von Klitschko“, wie er betont – textlich und per Geräusche. Zur eingangs ertönenden „Ode an die Freude“ zu Beethovens neunter Symphonie entwickelt sich eine große Mitmachparty, bei der Steinberg um 20 Minuten überzieht. „Die Stimmung war heute so genial“, lobt er.

„Ein toller, lustiger Abend, von dem man vieles täglich anwenden kann“, schreibt Martina Lücking der Sozialkritik auch Lerneffekte zu. Unter dem abgewandelten Trump-Motto „Make Humor great again“ gibt der 46-Jährige Tipps, wie man Alltagsfrust in positive Energie umwandeln und nicht nur den „Irren der Welt“ den Kampf ansagen kann.

Lied für Super-Lehrer

Während der US-Präsident wegen eigener Äußerungen kabarettistisch nicht zu toppen sei, ergäben sich beim täglichen Irrsinn ebensolche, erfolgsversprechende Lösungen. So rappt er a cappella zu „Die sind doch alle bekloppt“ ab, singt von „Super-Lehrern“ und kreiert seinen eigenen Despacito-Hit. Mit letzterem stellt der zweifache, wild tanzende Vater mit seiner deutschen Version „Das ist so!“ in YouTube seine Kinder bloß.

Ähnliche Strategien entwickelt er gegen nervige Nachbarn, ungebetene Werbeanrufe und unpünktliche Paketdienste. Hilfreich seien Parodien. So imitiert René Steinberg Bahn-Vorstand Ronald Pofalla, Klaus Kinski und Udo Lindenberg. Als Reiner Calmund treibt er einen Drive-In-Mitarbeiter zur Verzweiflung. Seine Order: Fünf Schubkarren Pommes und einen Tanklastzug Mayonnaise.

Ein bisschen mehr "Pippi"

Anhand des früheren, analogen Lebens zeigt der Humorexperte den Wahnsinn der Sozialen Medien auf, fordert mehr eigenes Denken und Handeln: „Seid ein bisschen mehr Pippi (Langstrumpf) und weniger Annika.“

Überhaupt seien positive Erinnerungen an die Kindheit gut. Vor allem gegen Depressionen. Das, so Steinberg, hätten Studien belegt. So rappt er das Volkslied „Bolle reiste jüngst zu Pfingsten“ und bietet Michael Jacksons Moonwalk zum Kinderlied „Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad“ dar. Das Publikum macht nicht nur dabei begeistert mit, stimmt am Ende mit ein: „Mehr Humor wagen!“

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