Rettungsdienst und Krankenhäuser haben den Stresstest der Evakuierung bestanden

rnBombenentschärfung im Klinikviertel

Der Rettungsdienst und die Krankenhäuser ziehen ein positives Fazit aus der Mega-Evakuierung des Wochenendes. Notfälle seien gut bewältigt worden. Das hat auch Bedeutung für die Zukunft.

Dortmund

, 13.01.2020, 18:11 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Evakuierung des Klinikviertels am Wochenende war ein logistischer Kraftakt. Allerdings ging dieser noch weit über die unmittelbare Sperrzone hinaus.

Denn das Klinikum Mitte und das St.-Johannes-Hospital sind zwei der wichtigsten Krankenhäuser für die ganze Stadt. Die anderen Krankenhäuser und der Rettungsdienst mussten trotz deren Wegfall die Notfallversorgung sicherstellen.

Knappschaftskrankenhaus sprang ein

Eine besondere Rolle spielte dabei das Knappschaftskrankenhaus in Brackel. Während der Evakuierung war es das einzige Krankenhaus in Dortmund, dass ein Herzkatheterlabor für die Behandlung von Herzinfarkten und eine Schlaganfalleinheit vorhielt.

Bereits am Mittwoch hatte das Knappschaftskrankenhaus Notfälle übernommen, die das Klinikum Mitte und das St. Johannes-Hospital wegen der Evakuierung nicht mehr aufnehmen konnten.

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„Wir haben unsere Kapazitäten in den relevanten Bereichen verdoppelt, damit wir alle Notfälle auch adäquat versorgen konnten“, sagt Geschäftsführer Michael Kleinschmidt.

Kinderambulanz im Klinikum Nord

Etwa 20 Kinder der Kinderklinik wurden für die Evakuierung ins Klinikum Nord verlegt. Dort wurde auch eine extra Kinder-Ambulanz eingerichtet.

Auch das St.-Josefs-Hospital in Hörde hat sich mit gesteigerten Kapazitäten an der Notfallversorgung beteiligt. Dort wurde ein zusätzlicher Kreißsaal eingerichtet, der aber nicht benötigt worden sei. Zudem seien 40 Betten für Patienten aus dem St.-Johannes-Hospital vorgehalten worden, von denen 8 benötigt worden seien. Ärzte und Pflegekräfte aus dem Johannes-Hospital haben die Patienten selbst versorgt.

Beim Notdienst der Kassenärzte habe es keine Engpässe gegeben, sagt Dr. Frank Renken, Leiter des Dortmunder Gesundheitsamtes. Obwohl man am Sonntag etwas unter den Kapazitäten gewesen sei, die man sich gewünscht hätte.

Auch der Rettungsdienst zieht ein positives Fazit

Durch den Wegfall der zentralen Krankenhäuser wurden die Wege für den Rettungsdienst in einigen Fällen länger. „Die 8-minütige Hilfsfrist musste trotzdem gewährleistet sein.“, sagt Feuerwehr-Chef Dirk Aschenbrenner.

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Dafür waren am Sonntag zahlreiche Rettungskräfte mehr im Einsatz - von Verbänden aus ganz NRW. „Das hat sehr gut funktioniert“, bilanziert Dirk Aschenbrenner.

Die lange im Voraus geplante Aktion vom Sonntag hat auch Bedeutung für die Zukunft: „Wir sehen das auch als einen Stresstest der Strukturen - für Situationen, wenn wir mal nicht so viel Vorbereitung haben“, so Dirk Aschenbrenner. Den hat die Dortmunder Notfallversorgung offenbar bestanden.

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Am Sonntagabend um 18.30 Uhr haben die Zentralen Notaufnahmen des Klinikums Mitte und des St.-Johannes-Hospitals den Betrieb wieder aufgenommen.

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