Zu viele Auflagen: Café Erdmann zeigt Revierderby BVB-Schalke nicht

rnBiergarten im Westpark

Der BVB empfängt am Samstag Schalke 04 zum Geisterderby ohne Fans. Auch einer der beliebtesten Biergärten bei Dortmunder Fußball-Guckern zeigt das Spiel nicht. Der Betreiber erklärt, warum.

Dortmund

, 15.05.2020, 12:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Revierderby im Frühjahr, mitten in einer entscheidenden Saisonphase: Das wäre normalerweise wie gemacht für einen Fußballnachmittag im Café Erdmann im Westpark. Bis zu 500 Besucher würde Betreiber Klaus Erdmann an so einem Tag erwarten, entsprechende Stimmung und Umsätze wären garantiert. Doch in diesem Jahr wird niemand das Spiel im Westpark sehen können.

Der Betrieb in dem vor über 25 Jahren eröffneten Café läuft zwar seit dem 8. Mai wieder unter Auflagen für Abstand und Hygiene. Aber ein organisiertes Fußball-Event mit mehreren Bildschirmen, Eintritt und gewohnter Stimmung sei „wirtschaftlich nicht durchführbar“, schreibt Inhaber Klaus Erdmann bei Facebook.

90 statt 500 Gäste und Adresslisten von allen Besuchern

Gegenüber dieser Redaktion sagt er: „Ich hatte einige unruhige Nächte. Aber ich bin zu dem Entschluss gekommen, dass es zumindest für das Schalke-Spiel und auch das gegen Bayern in zwei Wochen gar nicht geht.“

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Gemäß den Abstandsauflagen dürften maximal 90 Personen in dem Biergarten im Westpark sitzen. „Wenn dann 300 kommen, die ich nicht reinlassen kann, habe ich schon das erste Problem.“

Zudem wäre Erdmann verpflichtet, die Namen und Adressen sowie die genaue Uhrzeit der Ankunft aller Gäste aufzunehmen und die Angaben streng genommen mit deren Personalausweis abzugleichen. Gastwirte sind verpflichtet, diese Listen vier Wochen lang aufzubewahren.

Persönliche Verhältnisse klären und Liste für Toilettengänge

Das Bedienpersonal müsste die persönlichen Verhältnisse an Tischen mit mehreren Personen prüfen und eine weitere Liste für alle auslegen, die auf die Toilette wollen.

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„Das ist so gruselig. Das hat nichts mehr mit Gastronomie zu tun“, sagt Klaus Erdmann. Nach den aktuellen Auflagen dürften sich die Gäste außerdem nicht innerhalb des Biergartens bewegen. Der Tresen ist tabu. Ebenso wie der Spielsand in dem Westpark-Café. „Was mache ich mit Familien mit Kindern?“, fragt der Betreiber. Der 50 Meter entfernte Spielplatz im Park ist derweil wieder geöffnet.

Letztlich sei ihm das Risiko, die Auflagen des Ordnungsamts nicht ausreichend umsetzen zu können, zu groß, als dass er einen Verstoß riskieren wollte. „Am Ende des Tages bin ich dafür verantwortlich, was passiert.“

Biergarten-Betreibern sind zwei potenziell starke Monate entgangen

Aus wirtschaftlicher Sicht ist der aktuelle Betrieb unter starken Einschränkungen für Gastronomen ohnehin schwierig. Klaus Erdmann sind ein wettertechnisch perfekter März und April entgangen.

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Das lässt sich jetzt mit reduzierter Platzzahl nicht einmal annähernd auffangen. An einem der vergangenen kühlen Tage seien am Ende 100 Euro in der Kasse gewesen – bei einem ganzen Tag Bezahlung für das Personal.

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