Riesenrad-Betreiber verliert Prozess gegen neue Sicherheitsnorm

Bestandsschutz beschnitten

Seit der Einführung einer neuen Sicherheits-DIN-Norm geht bei Kirmes-Unternehmern die Angst um. Sie schafft den Bestandsschutz für alte Riesenräder de facto ab. Vor Gericht musste der Dortmunder Riesenrad-Betreiber Michael Burghard am Mittwoch allerdings eine bittere Niederlage einstecken.

DORTMUND/GELSENKIRCHEN

16.03.2016, 15:59 Uhr / Lesedauer: 1 min

Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen hält die neue DIN 13814 für nicht angreifbar. Mit ihr wurden nicht nur neue Sicherheitsregeln eingeführt - auch der bisher geltende Bestandsschutz wurde mehr oder weniger abgeschafft.

Entsprechen sauer war Riesenrad-Betreiber Michael Burghard nach Prozessende. "Ich fühle mich entrechtet", sagte er. Alle zwei Jahre könne er nun mit neuen Auflagen torpediert werden. Schon jetzt würden pro Riesenrad über 200.000 Euro Kosten auf ihn zukommen. Die neue DIN würde ihn faktisch enteignen.

Gericht: Öffentliche Sicherheit geht vor

Genau so sah es das Gericht allerdings nicht. Schließlich gehe es um Fragen der öffentlichen Sicherheit. "Allein bei der Materialforschung hat es so viele Veränderungen gegeben", sagte Richterin Eva-Maria Dölp im Prozess. Außerdem hätten sich auch die klimatischen Bedingungen verändert. "Es hat schon Stürme gegeben, die wir uns vor 30 Jahren noch nicht vorstellen konnten." Und zu guter Letzt seien auch die Menschen größer und schwerer geworden. All das sei bei dem Betrieb eines Riesenrades nicht zu unterschätzen.

Michael Burghard hat seine Klage am Ende wegen Aussichtslosigkeit zurückgenommen. Der Kampf gegen die neue DIN soll allerdings weitergehen.

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