Riesenschildkröten im Dortmunder Zoo bekommen Neubau mit Fußbodenheizung

rnDortmunder Zoo

Noch teilen sich die neuen, riesigen Spornschildkröten im Dortmunder Zoo das Gehege mit den Löffelhunden. Doch bald bekommen sie ein Architektenhaus im Wintergartenstil – und gut beheizt.

Brünninghausen

, 23.10.2018, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für die beiden Architekten und Stadtplaner Claudia Bolle und Aldo Licker war es buchstäblich Neuland. Sie haben den Neubau des Schildkrötenhauses im Dortmunder Zoo entworfen. „Wir mussten uns erst einmal informieren, wie so eine Schildkröte lebt, und was sie so braucht“, berichtet Claudia Bolle.

Schließlich sind es nicht irgendwelche Schildkröten, für die die Architekten eine Behausung gezeichnet haben. In den Dortmunder Zoo sind im vergangenen Frühjahr zwei Spornschildkröten eingezogen – nach den Galápagos- und Seychellen-Riesenschildkröten die drittgrößten lebenden Landschildkröten der Welt. Und für die reicht eine Behausung wie die provisorische Unterbringung bei den Löffelhunden nicht, sondern sie brauchen ein richtiges, wohltemperiertes Haus.

Beheizter Badeteich

Spornschildkröten leben in den heißen Trockengebieten Westafrikas und sind deshalb nicht das ganze Jahr über im Freien zu halten. Die Jungtiere bekommen ein beheiztes Warmhaus im Wintergartenstil und mit einer Grundfläche von 50 Quadratmetern.

Im Haus muss eine Mindesttemperatur von 15 Grad während der Nacht herrschen. Das Schildkrötenhaus bekommt deshalb eine Fußbodenheizung und automatisch steuerbare Lüftungsfenster. Der Betonboden wird mit Epoxydharz bezogen und mit einer Sandkuhle zur Eiablage sowie einem beheizten Badeteich ausgestattet.

Irgendwann über 80 Kilogramm schwer

Aktuell wiegen die beiden Schildkröten um die zwölf Kilo. Die jetzigen Jungtiere können aber irgendwann über 80 Kilogramm auf die Waage bringen, eine Rückenpanzerlänge von rund 80 Zentimetern erreichen und enorme Kräfte entwickeln. Damit sie keine Tunnel graben, müssen die Wände des Gebäudes bis ein Meter tief in den Boden verstärkt werden.

Das Schildkrötenhaus wird 234.700 Euro kosten. Es gehört zum Zukunftskonzept Zoo 2023 und ersetzt darin die zunächst geplante Waldvogelvoliere. Aufgrund von Tierabgängen wird auf die Waldvögel verzichtet.

Als bedrohte Art geführt

Spornschildkröten werden derzeit in der Roten Liste als gefährdet und im Washingtoner Artenschutz-Übereinkommen als bedrohte Art geführt. Riesenschildkröten könne bis zu 200 Jahre alt werden. Um die Attraktivität des Zoos zu steigern und bedrohte Tierarten zu erhalten, beteiligt sich der Dortmunder Zoo an der Haltung und Zucht der Riesenschildkröten. Bürgermeister Manfred Sauer hat die Patenschaft der beiden Tiere übernommen.

Auch wenn die Spornschildkröten im nächsten Jahr ihr eigenes Haus bekommen, weil eine artgerechte Haltung in der provisorischen Unterkunft im Haus der Löffelhund nicht möglich ist: Das Außengehege werden sich die Spornschildkröten weiter mit den Löffelhunden teilen. Dafür werden noch zusätzliche Schattenplätze geschaffen.

Spornschildkröten sind unheimlich lauffreudig und haben einen großen Bewegungsdrang, Jetzt ist es aber erst mal nichts mit Freilauf; denn die Riesenschildkröten sind im vergangenen Freitag in ihr provisorisches Winterquartier gezogen. Wer sich die Spornschildkröten also anschauen möchte, muss erstmal noch bis Frühjahr 2019 warten.

Der zuständige Fachausschuss des Rates, der Ausschuss für Kultur, Sport und Freizeit wird sich am 30 November mit dem Neubau befassen.
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