Riskante Lkw-Manöver sorgen für brenzlige Situationen und umgepflügte Vorgärten

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Riskante Lkw-Manöver zerren in Dortmund-Holzen an den Nerven der Anwohner. Die Lastwagen zerfurchen Vorgärten, um auf ein Firmengelände zu kommen. Es gibt wohl nur eine Lösung für das Problem.

Holzen

, 12.03.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mischgebiet nennt man die Bereiche, in denen Gewerbebetriebe neben Wohnhäusern angesiedelt sind. Aber kann das gut gehen? Im Großen und Ganzen schon. Kommt es aber zu Problemen, sind Lösungen gefragt, denn jeder pocht auf sein Recht.

In Holzen ist die Sachlage ein wenig anders. Hier geht es darum, gemeinsam Lösungen zu finden, um ein großes Problem aus der Welt zu räumen. Und das Problem ist wahrlich groß - es geht um riesige Schwerlaster. Es geht um die Einfahrt zur LZM Flachstahl GmbH. Die liegt an der Werkstraße. So weit, so gut. Das Problem ist die Zulieferung. Sie erfolgt über den Heideweg.

Am Heideweg sind schon Steine vor die Grünflächen gelegt worden, um ein Überfahren durch die Lkw zu verhindern.

Am Heideweg sind schon Steine vor die Grünflächen gelegt worden, um ein Überfahren durch die Lkw zu verhindern. © Jörg Bauerfeld

Der Heideweg besteht an der nördlichen Straßenseite aus Wohnhäusern. Dort sind die Vorgärten der Häuser die Leidtragenden des Lkw-Verkehrs. Denn, das Besondere an der „Belieferungs-Situation“ ist, dass die großen und schweren Fahrzeuge rückwärts in die kleine Straße fahren müssen. Von dort geht es im Rückwärtsgang weiter bis auf das Gelände der Firma LZM. Denn aus Platzmangel ist kein Wenden möglich.

Zäune werden umgefahren

Kommt der Lkw hier nur ein wenig aus der Spur, weil womöglich noch weitere Fahrzeuge im Heideweg abgestellt sind, geht es über Stock und Stein. Abgemähte Zäune sind das Ergebnis. „Es ist in den letzten Jahren immer schlimmer geworden. Der Lieferverkehr hat immens zugenommen“, sagt „Ferdi“ Ziese. Er ist Hausmeister in einem der Mehrfamilienhäuser am Heideweg.

Um Material für die Firma LZM anzuliefern, müssen die Lkw rückwärts in die Halle fahren.

Um Material für die Firma LZM anzuliefern, müssen die Lkw rückwärts in die Halle fahren. © Jörg Bauerfeld

Und hatte schon mehrmals das zweifelhafte Vergnügen, die umgewühlten Vorgärten wieder zu reaktivieren. „Die Anlieferung erfolgt über den ganzen Tag verteilt. Und es ist ja nicht nur das Rückwärtsfahren beim Anliefern, sondern auch das Warten der Lkw, bis sie dran sind. Die parken ja alles zu.“ Und auch für Fußgänger und Autofahrer sei die Situation nicht ungefährlich.

Seit Jahren das Problem

„Es muss etwas passieren“, sagt Ziese. „Das Problem besteht schon seit Jahren“. Aber was kann getan werden? Die Politik vor Ort arbeitet nun an einer Lösung. Denn Hausbesitzer und Politiker sind sich einig darüber, dass einer Verbesserung der Zuliefersituation keine Arbeitsplätze zum Opfer fallen dürfen.

Werner Sauerländer, Fraktionsvorsitzender der SPD in der Bezirksvertretung Hörde führte schon Gespräche mit den Hauseigentümern. Bezirksbürgermeister Sascha Hillgeris ist in Gesprächen mit einigen Firmen vor Ort. Denn eine Lösung, den Anliefer- und Warteverkehr neu zu ordnen, geht nur gemeinsam.

Oberste Priorität soll aber das Verhindern der Lkw-Rückwärtsfahrten sein. „Ich versuche jetzt, die Anrainer mit ins Boot zu holen und die technischen Möglichkeiten zu eruieren, ob der Platz ausreichen könnte, das Problem zu lösen.“, sagt Hillgeris. Es gehe eben darum, vorwärts auf das Firmengelände der LZM zu gelangen und auch vorwärts wieder heraus zu fahren.

Durchfahrt durch Werkshalle nicht machbar

Zurzeit sei das nicht machbar. Eine Durchfahrt der Sattelzüge durch die Werkshalle, was auch schon einmal angedacht worden war, sei durch die örtlichen Gegebenheiten nicht machbar. „Es laufen erste Gespräche“, so Hillgeris.

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Nachbarfirmen müssten bereit sein, Land abzugeben, um Platz für die Zulieferung der Lkw zur Firma LZM zu machen. Damit würde der Druck aus der Wohnstraße Heideweg genommen werden. „Der Drops ist noch lange nicht gelutscht, aber es ist die einzig praktikable Alternative“, so der Bezirksbürgermeister.

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