Rock me, Monteverdi

Revue im Goethe-Gymnasium

01.06.2007, 16:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Hörde Mozart haben viele Schulen zum Geburtstag gratuliert - aber Monteverdi? Der Italiener wurde im Mai vor 440 Jahren geboren, für die Klassen 8 a bis d des Goethe-Gymnasiums Anlass genug, den Komponisten und seine Musik in einer Revue vorzustellen. Seit Januar haben die Achtklässler die Aufführung am Donnerstagabend in der Aula der Schule vorbereitet. Rund um die Geschichte des Opern-Einakters «Der Kampf zwischen Tancredi und Clorinda» haben sie mit Musiklehrerin Cordula Boy und Referendarin Manuela Monte nach aktuellen Bezügen gesucht und Monteverdi ins 21. Jahrhundert gebracht. Auch Tanzeinlagen im Stil von «Rock me, Monteverdi» gehörten zu der bunten Show, die wegen technischer Probleme mit der Mikrofonanlage leider erst eine Stunde später beginnen konnte. Wie modern Monteverdi in seiner Zeit war, hat die Schüler besonders interessiert. Die Wende von der Musik der Renaissance zum Barock hat er eingeleitet und Affekte wie Zorn als Erster besonders herausgestellt. Diese Gefühle haben die Schüler in Degenkämpfen, schön choreografierten Tänzen und Percussion-Improvisationen aufgegriffen und weitergeführt. Weniger als Monteverdis Musik standen Improvisationen der Schüler über die Renaissancemusik und die unglücklich Liebesgeschichte zwischen einem Christen und seiner ungläubigen Geliebten, die im Kampf mit ihm stirbt, im Mittelpunkt der Revue. Monteverdis Musik klang in einem kleinen heiteren Chorstück mit dem wohl kleinsten Schulchor Dortmunds, der nur aus sechs Mädchen bestand, und in kleinen Ensembles für Geigen, Gitarren und Flöten an. Monteverdis berühmtestes Werk, das «Lasciate mi morire» aus der Oper «Arianna» haben die Schüler auch vorgestellt: sehr schön gespielt mit Geige und Klavier. Fantasievoll haben sich die Achtklässler in Monteverdis Leben hinein gefühlt und originelle Improvisationen und Darstellungsformen vor allem in den Tänzen entwickelt. Etwas mehr Monteverdi-Musik hätte der Revue gut getan - Lust, sich mit der Originalmusik mehr zu beschäftigen haben die Zuschauer wohl an diesem Abend auch bekommen. Julia Gaß

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