"Rockig statt klassisch verstaubt"

06.05.2009, 12:26 Uhr / Lesedauer: 1 min

<p>Mehr als 70 Mitwirkende standen während der Aufführung auf der Bühne. Neben zwei Chören der Bodelschwingher Gemeinde auch noch einer aus Gelsenkirchen. Schütze</p>

<p>Mehr als 70 Mitwirkende standen während der Aufführung auf der Bühne. Neben zwei Chören der Bodelschwingher Gemeinde auch noch einer aus Gelsenkirchen. Schütze</p>

Bodelschwingh Rock und Religion: Auch heute für viele Menschen noch ein Widerspruch. Nicht so für die Chöre der katholischen Kirchengemeinde Bodelschwingh. Mit dem Rockoratorium "Emmaus" brachten sie jetzt neuen Schwung in die Kirche "Mariä Heimsuchung".

"Man kann den Menschen nicht nur altmodisches Zeug bieten. Die Musik soll schließlich ausdrücken, was die Leute heutzutage bewegt", sagt Chorleiterin Elisabeth van Haren. Deswegen entschied sie sich, das Rockoratorium von Thomas Gabriel umzusetzen. Und das gleich im großen Stil.

Bass und Geige

So probte sie nicht nur mit dem Bodelschwingher Kirchenchor "Cäcilia" das Stück ein, sondern gründete noch eigens einen "Schnupperchor". Außerdem gestalteten ein Projektchor der Gemeinde und der Kirchenchor "St. Josef" Gelsenkirchen-Scholven die Aufführung mit. "Es macht Spaß, mit einer so großen Gruppe zu proben. Das Klangvolumen ist super", sagt Elisabeth van Haren. Gemeinsam mit Solisten, Orchester und Band standen über 70 Menschen auf der Bühne und setzen die Begegnung der Emmausjünger mit dem auferstandenen Jesus musikalisch in Szene.

Aber nicht nur die Mischung aus verschiedenen Chören machte die Aufführung zu etwas Besonderem. Vor allem der Mix aus verschiedenen Musikstilen war interessant. So wurden klassische getragene Passagen von verzerrten Basssaiten durchdrungen und Geigenmusik durch das Schlagzeug rhythmisch unterlegt.

Diese Mischung findet Sängerin Kathrin Hobrecht besonders spannend. "Das Stück wirkt nicht so klassisch verstaubt, sondern durch die rockigen Elemente sehr aktuell", sagt die Sopranistin. Dieses Zusammenspiel begeistert auch Rita Flegelskamp. "Da sieht man, dass das eine das andere nicht ausschließt", sagt die Zuschauerin und ergänzt: "So etwas findet man ja nicht oft. Das ist schon sehr extravagant."

Jennifer Riediger

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