Rollcontainer auf einem Radweg in Dortmund – das sagt Rewe dazu

rnEnger Radweg

Der Rad- und Fußgängerweg an der Kaiserstraße gleicht einem Nadelöhr – Rollcontainer des Rewe-Marktes verschärfen die Situation noch. Jetzt hat sich Rewe zu den Vorwürfen geäußert.

Kaiserstraßenviertel

, 22.12.2019, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn das große Straßenfest gefeiert wird im Kaiserstraßenviertel, dann ist die Enge egal. Dann laufen alle gemütlich über die Kaiserstraße und freuen sich über ihre nette kleine Meile östlich der City. Im Alltag stört die Enge auf der Kaiserstraße jedoch.

Der kombinierte Fuß- und Radweg auf einer Straßenseite ist ein Ort, an dem sich immer wieder Beinahe-Unfälle ereignen. Deshalb fordert die Fahrradgruppe Kaiserstraßenviertel auch, Neumarkierungen aufzubringen.

Die Farbe des Radweges ist verblasst; Fußgänger gehen häufig darauf.

Die Farbe des Radweges ist verblasst; Fußgänger gehen häufig darauf. © Holger Bergmann (Archiv)

Zuletzt war der Rewe-Markt in die Kritik geraten. Denn bei der Warenanlieferung stehen regelmäßig Rollkisten auf dem Radweg. Dann müssen die Radler auf den Fußgängerweg ausweichen.

„Wenn es sich drubbelt, steige ich doch gerne mal ab.“

Nicole Laubert ist die Vorsitzende der Werbegemeinschaft Kaiserstraße. Sie sagt: „Ob genau an dieser Stelle bestimmte Situationen auf dem Radweg in eine Gefährlichkeit ausarten, liegt einzig und allein am Radfahrer selbst.“

Die 46-Jährige ist selbst oft mit dem Rad unterwegs.

Auch nicht gerade rücksichtsvoll: Dieser Wagen parkt auf dem Radweg in der Kaiserstraße.

Auch nicht gerade rücksichtsvoll: Dieser Wagen parkt auf dem Radweg in der Kaiserstraße. © Martina Niehaus

„Wenn ich weiß, dass es sich an der einen oder anderen Stelle verkehrsbedingt oder aus welchen Gründen auch immer ,drubbelt‘, fahre ich nicht fahrlässig weiter, weil es mein Recht ist und riskiere womöglich einen Zusammenstoß, sondern steige auch gern einfach mal die paar Meter ab, weil ich so einfach defensiv handle. Das ist doch eine Sache der Vernunft und Rücksichtnahme und sollte eigentlich kein Problem sein.“

‚Manche reagieren richtig aggressiv.“

Auch Anwohner Jens Tiedemann, der sich über die Rollkisten beschwert hatte, kennt die Seiten der unterschiedlichen Verkehrsteilnehmer. Er bedauert, dass der Umgangston auf der Straße ziemlich rüde sei. „Manche reagieren richtig aggressiv“, erzählt er – gerade wenn er Radfahrer, die in falscher Richtung unterwegs seien, auf ihr Fehlverhalten hinweise.

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Der Inhaber des Restaurants „Hexenkessel“, Thomas Kraus, hatte in einem Gespräch zu einem früheren Bericht sogar von Tätlichkeiten erzählt, die er beobachtet hatte: Ein Radfahrer sei von einem Autofahrer ausgebremst worden – der Radler habe daraufhin seinen Helm abgenommen und auf die Motorhaube geschlagen.

Das hört sich nicht nach gegenseitiger Rücksichtnahme an. Nicole Laubert glaubt: „Eine Patentlösung gibt es nicht.“ Selbstverständlich müssten die Radwege und die ganze Infrastruktur rund ums Rad optimiert werden. „Und ganz sicher ist die Situation an dieser Stelle besonders angespannt.“

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Man müsse aber auch die Situation des Rewe-Marktes berücksichtigen, der nach der Schließung der Edeka-Filiale „praktisch zum Alleinversorger für das Viertel“ geworden sei. Bis auf den Biomarkt sei ein weiterer Supermarkt nicht fußläufig zu erreichen. Der aktuelle Bedarf entspreche also nicht dem damaligen Konzept. „Und trotzdem bekommt man dort alles.“

Dass es dafür vieler Waren bedarf, sei selbstverständlich. „Auch irre viel Leergut“ falle an. „Da kann man doch einfach mal dankbar sein, dass der Rewe das alles so hinbekommt“, sagt Nicole Laubert.

Rewe sagt: „Wir wollen die Einschränkungen verbessern“

Auch Christiane Preisen von der Rewe-Pressestelle weist daraufhin, dass der Innenstadtmarkt nur eine „sehr eingeschränkte Verkaufs- und Lagerfläche“ in der „einzig vorhandenen Anlieferzone“ habe. „Unsere Mitarbeiter sind bemüht, die Vorkehrungen so zu treffen, dass die Einschränkungen für Fußgänger und/oder Fahrradfahrer möglichst gering sind.“ Manchmal aber könne es – etwa durch hohes Verkehrsaufkommen oder Hochphasen wie Feiertage – dazu kommen, „dass avisierte Lieferfenster nicht exakt eingehalten werden können“.

Um die Einschränkungen für Bürger in Dortmund zu verbessern, habe das Marktteam vereinbart, „künftig noch genauer auf die zeitliche Komponente zu achten sowie zusätzliche Warnvorrichtungen wie etwa signalwirkende Flatterbänder anzubringen.“

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