Roto-Theater in Geldnot: 9.000-Euro-Zuschuss lässt auf sich warten

rnFehlende Soforthilfe

Theater dürfen ab Ende Mai wieder öffnen. Doch die Corona-Krise sorgt für finanzielle Engpässe - und bei den Zuschüssen gibt es Verzögerungen. Das Roto-Theater wartet schon seit zwei Wochen.

Dortmund, Hafen

, 13.05.2020, 07:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Roto-Theater steht in den Startlöchern. Nach den jüngsten Lockerungen der Corona-Schutzmaßnahmen dürfen kleinere Theater ab dem 30. Mai (Samstag) wieder Vorstellungen anbieten.

Allerdings birgt nicht nur die erzwungene Spielpause von über zwei Monaten finanzielle Schwierigkeiten. Auch die zu treffenden Hygiene-Maßnahmen erweisen sich als hohe finanzielle Belastung.

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„Man darf zum Beispiel keine Gläser mehr mit der Hand spülen - also haben wir eine Spülmaschine bestellt. Wir brauchen überall Desinfektionsmittel und Kennzeichnungen der Wege“, zählt Rüdiger Trappmann, Leiter des Roto-Theaters, auf.

Die ganzen Anschaffungen im Zuge der Corona-Maßnahmen hätten das Theater bereits 2500 Euro gekostet, sagt er.

„Das ist ein Minusgeschäft, ganz klar“

Hinzu komme, dass das Theater pro Vorstellung vorerst nur 28 Zuschauer statt den vollen 72 in den Saal lassen könne. „Das ist ein Minusgeschäft, ganz klar“, sagt Trappmann. Denn die Kosten für das Drumherum – etwa für Personal, Schauspieler, Strom – bleiben gleich.

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Von Bund und Land gibt es verschiedene Zuschüsse. 2.000 Euro Kultur-Soforthilfe habe das Theater bereits erhalten. Ein zweiter, viel größerer Zuschuss lässt dagegen noch auf sich warten, sagt der Theater-Leiter: die Soforthilfe für Kleinstunternehmen.

„Der Zuschuss von 9.000 Euro ist bereits bewilligt – wir warten allerdings seit 14 Tagen auf das Geld“, sagt er.

Verzögerungen bei der Auszahlung

Diese Zuschüsse steuert die jeweilige Bezirksregierung. „Es ist fast unmöglich in Arnsberg nachzufragen“, beklagt Trappmann jedoch. Wenn er versuche dort anzurufen, lande er „auf Platz 29 in der Warteschlange“. Auf Anfragen per E-Mail erhalte er nur standardisierte Antworten.

Auf unsere Anfrage bei der Bezirksregierung bestätigt Pressesprecherin Ursula Kissel, dass es derzeit vereinzelt zu Verzögerungen bei der Auszahlung an Wirtschaftsunternehmen komme.

Das habe unter anderem mit Betrugsversuchen zu tun. „Das ist natürlich ärgerlich für jeden, der warten muss“, sagt Kissel, „wir hoffen, bald alle Fälle bearbeitet zu haben.“

„Wir müssen zurück auf die Bühne“

Rüdiger Trappmann gibt aber auch eine kleine Entwarnung für sein Theater. Das Roto-Theater sei mindestens noch bis zu den Sommerferien überlebensfähig, versichert er: „Gerade geht es noch, das Geld brauchen wir aber bald.“

Die Förderung der freien Kulturzentren des Dortmunder Kulturbüros sei „die Rettung“. Auch habe das Theater unaufgefordert mehrere Spenden erhalten, freut sich der Intendant.

Das Finanzielle sei alles in allem jedoch Nebensache, stellt Trappmann klar: „Uns ist es hauptsächlich wichtig, dass wir bald wieder spielen können. Wir müssen zurück auf die Bühne.“

Info: Die erste Aufführung im Roto-Theater nach Neustart ist für den 3. Juni geplant. Aufführen will man ein Stück von Theodor Fontane. Der Vorverkauf ist noch nicht gestartet. www.rototheater.de
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