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Rückkehr nach 56 Jahren: Der letzte Kirchentag als aktiver Helfer

rnEvangelischer Kirchentag

Der Kirchentag funktioniert nur mit freiwilligen Helfern. Vor allem Pfadfinder sind im Einsatz – Wilfried Krogul schon seit 1963. Mit dem Kirchentag 2019 schließt sich für ihn ein Kreis.

Dortmund

, 23.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Das gelbe Pfadfinder-Tuch sitzt noch immer akkurat. So wie vor 56 Jahren. Damals war Wilfried Krogul zum ersten Mal bei einem Evangelischen Kirchentag im Einsatz. Der fand 1963 in Dortmund statt. Und dort erlebte der inzwischen 74-Jährige nun auch seinen letzten Kirchentag als aktiver Helfer.

Zelte aufgebaut

Gemeinsam mit Sohn und Schwiegertochter war er in der Kirche am Markt in Hombruch aktiv, um die Veranstaltungen dort zu begleiten. Ein Einsatz wie bei vielen Kirchentagen in den letzten fünf Jahrzehnten. „1963 haben wir beim Schlussgottesdienst auf der Rennbahn in Wambel Zelte aufgebaut. Damals kam der spätere Bundeskanzler Ludwig Erhard“, erinnert sich Krogul.

Rückkehr nach 56 Jahren: Der letzte Kirchentag als aktiver Helfer

Wilfried Krogul mit einem Zeitungsbericht über den Dortmunder Kirchentag von 1963. © Oliver Volmerich

Der Einsatz war für den Pfadfinder Ehrensache. „Da war ich schon seit dem siebten Lebensjahr aktiv“, berichtet er. 1963 war er in seiner Heimatgemeinde in Wanne-Eickel („Ich bin auf Kohle geboren“) Gruppenleiter bei den Pfadfindern. Später wurde er als Sozialpädagoge zum Diakon und Prädikanten ausgebildet – und blieb trotz Umzügen nach Neuss und zuletzt nach Meppen im Emsland auch den Pfadfindern und dem Kirchentag treu. „Es hat die ganzen Jahre so viel Spaß gemacht, dass ich gesagt habe: Ich bin immer dabei“, erzählt Krogul.

Letzter Kirchentag als Helfer

Inzwischen plagen den 74-Jährigen aber gesundheitliche Probleme. „Der Rollator steht hier, aber ich versuche immer ohne auszukommen“, sagt er. Dass der Kirchentag wie 1963 wieder in Dortmund stattfindet, war für ihn der Hauptgrund, noch einmal das Pfadfinder-Tuch umzubinden. „Und es schmerzt mich jetzt doch, sagen zu müssen, dass ist mein letzter Kirchentag als Helfer.“ Sein Engagement hat er auf den Sohn Olaf-Carsten vererbt. Und auch die Schwiegertochter Petra Krogul ist mit im Einsatz.

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Wie so oft, haben sie dabei vom Kirchentag insgesamt wenig mitbekommen. „Einmal war ich an den Westfalenhallen“, berichtet er. Aber auch sonst hat er festgestellt, dass sich Dortmund seit 1963 sehr verändert hat. „Die ganze Innenstadt hat sich positiv entwickelt. Es ist sehr grün geworden“, merkt Krogul an. Nur eines hat er beim Kirchentag vermisst: „Früher hat man mehr als heute überall gesungen.“

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