Für diese Geschichte zur Hannibal-Räumung haben unsere Reporter einen Preis bekommen

Ernst-Schneider-Preis

Die Räumung des Hannibal-Hochhauses bewegte Dortmund. Tobias Großekemper und Christoph Klemp schrieben darüber und haben für ihre hintergründige Analyse den Ernst-Schneider-Preis bekommen.

Dortmund

, 16.10.2018, 13:35 Uhr / Lesedauer: 2 min
Für diese Geschichte zur Hannibal-Räumung haben unsere Reporter einen Preis bekommen

Die Räumung des Hannibal-Wohnkomplexes ist in der Stadt heftig diskutiert worden. 753 Menschen verloren ihr Heim. © Stephan Schütze

Die Bewohner des Hannibals, 753 Menschen, verlieren ihr Heim. Sie mussten raus aus einem der größten Wohnhäuser der Stadt. Der Komplex aus Hochhäusern galt als nicht mehr sicher. Die Stadt Dortmund hatte damals, im September 2017, die Notbremse gezogen, denn der Brandschutz in dem Gebäude sei nicht mehr gewährleistet gewesen, hieß es.

Die Ruhr Nachrichten-Autoren Tobias Großekemper und Christoph Klemp haben über den Fall berichtet und die Hintergründe recherchiert. Unter dem Titel „Schacht matt im Hannibal“ zeigten sie auf, wem der Hannibal gehörte: einer GmbH, die zu einem intransparenten Firmengeflecht mit Sitz auf Zypern gehörte.

Sie fanden heraus, dass die Probleme in dem Wohnhaus nicht erst seit Kurzem bestanden. Vielmehr, so schrieben sie, lebten die Menschen dort seit Jahren in großer Gefahr. So berichteten sie über die gravierenden Mängel, die die Feuerwehr festgestellt hatte, und wie damit beim zuständigen Bauordnungsamt weiter verfahren wurde. Sie sprachen mit Experten und den Betroffenen.

Journalistenpreis der deutschen Wirtschaft

Ihr hintergründiger Artikel erschien vor einem Jahr, am 17. Oktober 2017. Am Montag haben die Autoren dafür in Nürnberg den renommierten Ernst-Schneider-Preis verliehen bekommen. Sie erhielten ihn in der Kategorie Print - Wirtschaft in regionalen Printmedien. Der Journalistenpreis der deutschen Wirtschaft wird von den Industrie- und Handelskammern gestiftet.

Für diese Geschichte zur Hannibal-Räumung haben unsere Reporter einen Preis bekommen

Ein Ausriss aus der Berichterstattung von Tobias Großekemper und Christoph Klemp: Der Artikel war vor einem Jahr erschienen. © Leonie Sauerland

„Wir haben in den vergangenen Monaten sehr viel in den investigativen Journalismus investiert. Wir freuen uns für Christoph Klemp und Tobias Großekemper und die Kollegen im Haus, dass diese Bemühungen nun Früchte tragen“, sagt Jens Ostrowski, Chefredakteur der Ruhr Nachrichten.

„Ein großartiger Erfolg“

Auch Stefan Schreiber, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer zu Dortmund, würdigte die Dortmunder Journalisten: „Das ist ein großartiger Erfolg, den die Redakteure der Ruhr Nachrichten Tobias Großekemper und Christoph Klemp erreicht haben. Die Messlatte beim Ernst-Schneider-Preis zur Erreichung des ersten Platzes für Regionalzeitungen liegt extrem hoch. Umso mehr ist die Leistung der beiden zu bewerten. Als IHK sind wir auch ein bisschen stolz, dass dieser Preis in die Westfalenmetropole geht. Das Thema Hannibal zeigt, dass in dieser Stadt offen und ehrlich diskutiert wird. Transparenz ist hier keine Worthülse.“

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