Ruhrpott-Karneval feiert Premiere

Geierabend 2010

DORTMUND „Geier.2010 – Kulturhauptveranstaltung“ nennt sich der Geierabend in diesem Jahr in Anlehnung an die Ruhr.2010. Premiere vor ausverkauften Haus war am Samstag auf Zeche Zollern.

von Von Andreas Schröter

, 03.01.2010 / Lesedauer: 2 min
Ruhrpott-Karneval feiert Premiere

Die "AWO Oppas" (Martin Kaysh (l) und Hans Martin Eickmann) bei der Generalprobe vom "Geierabend".

Und so gibt‘s im neuen Proramm des kultigen Ruhrpott-Karnevals jede Menge Anspielungen auf das Kulturhauptstadtjahr: Ein gelber Ballon schwebte durch die Halle (SchachtZeichen), die Besucher saßen an langen Tischreihen (Still-Leben) und sangen (Day of Song). Ensemblemitglied Martin F. Risse dazu: „Bei uns erleben Sie Kulturhauptstadt kompakt. Da können Sie sich den Rest eigentlich sparen.“ Der anwesende Ruhr.2010-Geschäftsführer Oliver Scheytt nahm‘s gelassen.

Schnöttentrop Martin F. Risse sorgte mit seinem Sauerländer Joachim Schlendersack auch für den Höhepunkt des Dreieinhalb-Stunden-Programms. Einfach herrlich seine Erzählung über die Schnöttentroper, die zur Stromerzeugung ein riesiges Windrad von einem Dorf ins andere transportieren. Die Nummer endete mit einem urkomischen Auftritt der „Landfrauen aus Schnöttentrop“, die mit gelben Gummistifeln Michael Jackson imitierten.

Gelungen auch wieder Hans-Martin Eickmann und Franziska Mense Moritz als „Die zwei vonne Südtribüne“ („Alkohol verlängert den Bremsweg des Gewissens“).

Anderes dagegen, vor allem in der ersten Programmhälfte, konnte weniger überzeugen: Geblödel unter der Gürtellinie im Swingerclub endet mit einer Parodie auf Selbstmord-Attentäter. Grenzwertig.

Auch bei den „Stimmungs-Indern“ gleich zu Beginn kommt vor allem eines nicht auf: Stimmung.

Pannekopp des Jahres Kandidaten für den Pannekopp des Jahres sind Karstadt-Chef Thomas Middelhoff und der Chef der Ruhrgebiets-SPD Oliver Wittke. Bei der Abstimmung im Saal lag Thomas Middelhoff vorne. Abstimmen kann man noch bis Aschermittwoch auf der Geierabend-Website.

Und noch ein Gag: Für jeden Geierabend-Besucher spendet das Ensemble einen Liter Wasser für den Phoenix-See. Rund 16 000 Liter dürften zusammen kommen.

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