RWE kündigte Strombezugsverträge mit Steag

DSW/DEW gelassen

Einen Medienbericht, wonach RWE die Strombezugsverträge mit Steag gekappt hat, nehmen DSW21 und DEW21 mit - jedenfalls nach außen hin - großer Gelassenheit zur Kenntnis.

DORTMUND

von Von Bettina Kiwitt

, 13.01.2011, 19:35 Uhr / Lesedauer: 2 min
RWE kündigte Strombezugsverträge mit Steag

"Wir haben damit gerechnet dass einige Kraftwerksverträge nicht verlängert werden", sieht DEW-Chef Dr. Frank Brinkmann für Aufregung gar keinen Grund. Wenn die Verträge nun neu verhandelt würden, liege darin auch eine Chance, "was wir daraus machen können".

In einem internen Schreiben an die Aufsichtsratsmitglieder von DSW21, das unserer Redaktion vorliegt, versucht auch Stadtwerke-Chef Guntram Pehlke etwaige Risiken aufgrund der Vertragskündigungen, wegzuwischen. Tatsache sei, dass RWE bei einigen zum 31. 12. 2010 zur Verlängerung anstehenden Verträgen die Option, die Verträge zu den bestehenden Konditionen zu verlängern, nicht ausgeübt und stattdessen Verhandlungen angeboten habe. Die Steag sei gebeten worden, bis zum 31. Januar zu entscheiden, ob sie in weitere Verhandlungen eintreten oder ob sie die Anlagen selbst vermarkten wolle.

"Für Letzteres hat RWE den Weg dadurch frei gemacht, dass sie ihre bisherige Rechtsposition aufgab und sich nicht auf Kapitaldienst-Rückvergütungen im Falle einer Drittvermarktung berufen wird. Dies ist grundsätzlich für das Konsortium und den Plan, eine kommunale Erzeugungsplattform aufzubauen, eine gute Entwicklung", heißt es in dem Schreiben. Die Steag werde in weitere Verhandlungen mit der RWE Power AG einsteigen. "Das Vorgehen beider Seiten entspricht somit im Grundsatz dem Verhandlungsablauf, wie er sich auch in den letzten Jahren bei Vertragsverlängerungen darstellte", so Pehlke weiter.

Gespräche entsprechen den Erwartungen Im Übrigen sei man bei der Bewertung der Steag nie davon ausgegangen, dass die Lieferverträge mit der RWE zu den geltenden Konditionen verlängert würden. Die energiewirtschaftlichen Szenarien hätten alle Zu- und Abgänge von Kraftwerkskapazitäten bis mindestens 2030 sowie selbstverständlich auch den Zukauf von CO2-Zertifikaten berücksichtigt. Der derzeitige Verlauf der Gespräche zwischen RWE und Steag entspreche genau den Erwartungen, betont Pehlke erneut.

Trotzdem eruiere das Konsortium derzeit bereits die Möglichkeiten einer eigenen Vermarktung der Kraftwerkskapazitäten. "Diese Vermarktung kann selbstverständlich nur zu Marktpreisen erfolgen." Die in dem Medienbericht geäußerte Vermutung, die Stadtwerkekunden würden mit höheren Preisen den Steag-Kauf finanzieren, entbehre daher jeder Grundlage.

Verkaufsprozess stören Pehlke schreibt weiter, dass er über die Hintergründe der Versuche, den Verkaufsprozess durch Medienberichte zu stören, nur spekulieren könne. In dem Artikel selbst würden mit Remondis und EPH-Holding zwei Unternehmen genannt, die Vorteile aus der Störung des Verkaufsprozesses haben könnten, da sie selbst Interesse an Steag-Anteilen hätten.

DEW-Chef Brinkmann hatte bereits in der Vergangenheit einer irgendwie gearteten Zusammenarbeit mit dem Entsorger Remondis eine klare Absage erteilt.

Das Stadtwerke-Konsortium Rhein-Ruhr, darunter auch die Dortmunder Stadtwerke (DSW21) und die der Dortmunder Energie- und Wasserversorgung (DEW21), haben am 18. November den Kaufvertrag zur Übernahme von 51 Prozent an der Evonik Steag GmbH unterzeichnet. Der Kaufpreis dafür liegt bei 649 Millionen Euro. Am heutigen Freitag entscheidet das Kuratorium der RAG-Stiftung, die die Mehrheit an der Steag-Mutter Evonik besitzt, über den Verkauf.

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