Saisonkarten-Preise für Dortmunds Freibäder steigen drastisch – Viel-Schwimmer sind sauer

rnStart der Freibadsaison

Für Dortmunds Viel-Schwimmer startet die Freibadsaison mit einem Preis-Schock: Die Saisonkarten sind bis zu einem Drittel teurer als im Vorjahr. Der Betreiber versteht die Aufregung nicht.

Dortmund

, 30.04.2019, 18:48 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Morgen im Frühling und Sommer ohne Schwimmen ist für Manja Franke nur schwer vorstellbar: So oft es geht, zieht die Kreuzviertlerin vor der Arbeit im Volksbad im Schatten des Signal Iduna Parks ihre Bahnen. Dementsprechend gefreut hatte sich die Viel-Schwimmerin auf den Beginn der Freibadsaison am 1. Mai. Bis sie im Internet die neuen Preise für die Saisonkarte sah.

Franke ist langjähriges Mitglied in der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). Als solches bekommt die Mittfünfzigerin die Saisonkarte erheblich reduziert. Doch anstatt der 90 Euro, die diese sogenannte „Clubkarte“ für Erwachsene im Vorjahr kostete, muss sie diese Saison 120 Euro dafür zahlen – eine Preissteigerung von 33 Prozent. Auch die regulären Saisonkarten kosten dieses Jahr 30 Euro mehr, 180 statt 150 Euro.

„Diese Erhöhung finde ich einfach heftig“, beschwert sich Franke. Birgitt Merkelbach und Sabine Hukriede, ebenfalls Viel-Schwimmerinnen und DLRG-Mitglieder, pflichten ihr bei: „Es hat uns besonders erstaunt, dass die Preise so stark ansteigen, besonders nach diesem Bombensommer 2018“, meint Merkelbach. Und Hukriede sagt: „Wenn sie dafür wenigstens das Angebot der Bäder verbessern würden. Das tun sie aber nicht.“

Sportwelt: „Die Clubkarten sind ein Bonbon für die Vereine“

Michael Dominik sieht das naturgemäß ganz anders. Er ist der Geschäftsführer der „Sportwelt Dortmund gGmbH“, die in Dortmund vier Freibäder betreibt, darunter auch das Volksbad. Er sagt: „Die Clubkarten sind ein Bonbon für die Vereine.“ Ein ziemlich beliebtes Bonbon: Knapp 90 Prozent der 237 verkauften Saisonkarten waren 2018 nach Dominiks Angaben Clubkarten.

Auch nach der Preiserhöhung – der ersten seit 2013 – seien diese ein guter Deal für die Vereinsmitglieder, meint Dominik: Wenn die Clubkarten-Besitzer die Freibäder an zwei Dritteln aller Öffnungstage nutzten, liege ihr Preis pro Besuch bei einem Drittel des (ebenfalls um 50 Cent gestiegenen) Einzelpreises für Erwachsene von 4 Euro.

Freibäder sind nicht rentabel

Dominik sieht die Preiserhöhungen wenig überraschend als notwendiges Übel. Er verweist auf gestiegene Energie-, Personal- und Reparaturkosten. Und selbst nach den aktuellen Preiserhöhungen sei das Freibad-Geschäft kein rentables, weder in Dortmund noch in der Umgebung: „Kein Freibad der Region trägt sich selbst“, sagt Dominik. Die Sportwelt Dortmund etwa erhalte von der Stadt einen jährlichen Netto-Betriebskostenzuschuss von rund einer Million Euro.

Manja Franke wird sich auch dieses Jahr wieder die Clubkarte kaufen: „Dafür schwimme ich zu gerne“, sagt Franke. „Aber irgendwann kommt der Zeitpunkt, wo ich anfange zu rechnen.“

Zur Sache

50er-Karte ist beliebter

  • Die „Sportwelt Dortmund“ betreibt die Freibäder: Harenberg, Froschloch, Volksbad und Wellinghofen
  • Saisonkarten sind in den vergangenen Jahren immer weniger gefragt. Stattdessen empfielt Sportwelt-Geschäftsführer Michael Dominik die beliebtere 50er-Karte. Die sei auch saisonübergreifend gültig.
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