„Marathon“ gegen Clan-Kriminalität: mehrere Festnahmen in Dortmund

Redakteur
Im Rahmen einer landesweiten Aktion hat die Polizei Dortmund am Samstagabend mehrere Betriebe kontrolliert.
Im Rahmen einer landesweiten Aktion hat die Polizei Dortmund am Samstagabend mehrere Betriebe kontrolliert. © Karsten Wickern
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Am Samstagabend (12.3.) wurden im Rahmen eines landesweiten Einsatzes zur Bekämpfung der Clan-Kriminalität mehrere Gebäude in Dortmund durchsucht und weitere Kontrollen durchgeführt. Dabei wurden mehrere Personen festgenommen, wie die Polizei Dortmund berichtet.

Federführend für den 24-Stunden-Aktionstag in NRW war das Polizeipräsidium Essen. Auch NRW-Innenminister Herbert Reul nahm dort an Einsätzen teil.

Der Schwerpunkt der Kontrollen in Dortmund lag laut der Polizei in der Innenstadt. Dort seien zusammen mit Mitarbeitenden des Zolls und des Ordnungsamts über 500 Personen und über 300 Fahrzeuge überprüft worden. Acht Haftbefehle seien vollstreckt (wobei in fünf Fällen nur ein ausstehender Geldbetrag gezahlt worden sei) und zehn neue Strafverfahren eingeleitet worden. Sechs Betriebe seien geschlossen worden.

Mehrere Betriebe geschlossen

In der Rheinischen Straße hat die Polizei eine mutmaßlich illegale Spielhalle stillgelegt, so die Behörde weiter. Dabei haben drei Personen Widerstand geleistet. Die Einsatzkräfte haben Pfefferspray gegen sie eingesetzt. Eine Vielzahl von Personen habe die Räumlichkeiten augenscheinlich fluchtartig verlassen.

Eine Gaststätte kontrollierten die Einsatzkräfte laut der Mitteilung der Polizei zweimal. Beide Male haben die Beamten Dutzende Packungen unversteuerten Tabak vorgefunden. In einer Gaststätte an der Bornstraße sei Alkohol konfisziert worden, da die Betreiber keine Erlaubnis für den Ausschank gehabt haben.

In Hörde sei ein Kiosk versiegelt worden. Der Betreiber habe zuvor Zigaretten an Minderjährige verkauft, so die Polizei. Ein weiterer Kiosk sowie eine Gaststätte, ein Café und zwei Bars seien ebenfalls wegen gewerberechtlicher Verstöße geschlossen worden.

Zudem sei im Rahmen des Einsatzes ein betrunkener Lkw-Fahrer aus dem Verkehr gezogen worden.

Rund 1500 Polizisten im Einsatz

Landesweit wurden laut einer Mitteilung des NRW-Innenministeriums 159 Objekte und über 2.200 Fahrzeuge kontrolliert. Insgesamt seien 18 Haftbefehle vollstreckt und mehr als 140 neue Strafverfahren aufgenommen worden. Es wurden laut der Mitteilung mehr als 100.000 Euro Bargeld, 35 illegale Spielgeräte, vier Messer und etwa 60 Kilogramm unversteuerter Tabak sichergestellt. Etwa 1500 Polizisten und Polizistinnen seien von Samstag- bis Sonntagmorgen an der Aktion beteiligt gewesen.

„In diesen 24 Stunden haben wir viele, teils auch neue Betätigungsfelder der kriminellen Clans unter die Lupe genommen. Ich bin sicher, dass dieser Marathon im kriminellen Clan-Milieu Symbolkraft hat, weit über den heutigen Tag hinaus“, kommentierte NRW-Innenminister Herbert Reul den Einsatz.