Sarahs Lädchen hat die Corona-Krise bislang verschont – sogar im Lockdown

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Im Juni 2019 hat die 27-jährige Sarah-Ann Reinhold ihr etwas anderes Mode-Geschäft eröffnet. Die Corona-Krise konnte ihr bislang nichts anhaben – gleich zwei wirtschaftliche Vorteile schützen sie.

Marten

, 15.10.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Von außen wirkt das Geschäft unscheinbar, wer die Adresse nicht kennt, könnte glatt daran vorbeifahren. Die Fassade braucht einen Anstrich, das Firmenschild ist selbst gebastelt, und die Geschäftsräume sind winzig. Trotzdem hält sich das Mode-Geschäft der 27-jährigen Sarah-Ann Reinhold sogar in der Corona-Krise wacker.

Im Juni 2019 hat die junge Dortmunderin ihr Mini-Lädchen für Shape-Ware, also für figurbetonte Unterwäsche, eröffnet. Seitdem läuft das Geschäft ganz im Sinne der Jungunternehmerin, die halbtags außerdem als medizinische Fachangestellte in einer Asselner Arztpraxis arbeitet. „Mir war von vornherein klar, dass ich mit dem Geschäft nicht meinen Lebensunterhalt bestreiten kann, auch zukünftig nicht. Deshalb mache ich das nur nebenbei“, sagt sie.

Tante erlässt im Lockdown die Miete fürs Ladenlokal

Die Coronavirus-Pandemie und der Lockdown im Frühjahr hätten ihr bislang nicht spürbar geschadet, so Sarah-Ann Reinhold. Zwei wirtschaftliche Vorteile, die sie gegenüber vielen anderen Unternehmern genießt, haben sie bislang geschützt.

Ihre Tante Michaela Luce (40, l.), Eigentümerin der Immobilie, ist für Sarah-Ann Reinhold eine große Unterstützung.

Ihre Tante Michaela Luce (40, l.), Eigentümerin der Immobilie, ist für Sarah-Ann Reinhold eine große Unterstützung. © Beate Dönnewald

Zum einen ist da ihre Tante Michaela Luce, für die ihre Nichte fast wie eine eigene Tochter ist. Von Anfang an hat die 40-Jährige die Geschäftsidee unterstützt, unter anderem auch deshalb, weil sie selbst von der Shape-Ware begeistert ist und sie sogar beim Sport trägt. „Selbst bei der Geburt bei meiner zweiten Tochter hatte ich Shape-Ware an.“

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Michaela Luce ist die Eigentümerin der Immobilie und hat ihrer Nichte die Miete während des Lockdowns erlassen. „Warum soll ich auf Biegen und Brechen darauf bestehen, wenn die Einnahmen weniger werden? Da soll sich ihr Konto doch erstmal erholen“, meint die 40-Jährige.

Einigermaßen auffangen konnte Sarah-Ann Reinhold die Verluste während des Lockdowns durch ihren Online-Handel. Denn parallel zum Verkauf vor Ort bietet sie ihre Ware auch bei Ebay an. „Tatsächlich sind die Bestellungen in dieser Zeit sogar mehr geworden“, berichtet sie.

Kundinnen können die Ware auch zu Hause anprobieren

Mittlerweile kämen die Kundinnen auch wieder vereinzelt in ihr Geschäft an der Martener Straße 339. Viele würden es aber bevorzugen, die Sachen zu Hause anzuprobieren. „Das ist durchaus möglich. Was nicht gekauft wird, wird chemisch gereinigt“, betont Sarah-Ann Reinhold.

Relativ unscheinbar ist Sarahs Lädchen. Wer die Adresse nicht kennt, könnte glatt daran vorbeifahren.

Relativ unscheinbar ist Sarahs Lädchen. Wer die Adresse nicht kennt, könnte glatt daran vorbeifahren. © Beate Dönnewald

Auch wenn die Corona-Krise sie bislang einigermaßen verschont hat, wünscht sich die junge Frau, dass die Pandemie schnell überstanden ist. Damit sich wieder mehr Kundinnen in ihr Geschäft trauen und sich das Leben generell normalisiert. Dann, so Sarah-Ann Reinhold, könne sie auch das zweijährige Bestehen von Sarahs Lädchen im nächsten Sommer größer und bunter feiern als den ersten Geburtstag.

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Öffnungszeiten von Sarahs Lädchen

  • Sarahs Lädchen, Martener Straße 229, in Marten ist in der Regel dienstags und donnerstags von 14 bis 17 Uhr geöffnet.
  • Wer außerhalb der Geschäftszeiten kommen möchte, kann sich unter Tel. (0162) 87 94 056 melden.
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