Satzweise in Moll

Beschwingt stimmten die Philharmoniker mit einer Strauß-Polka auf den Abend ein. Der Titel, "Ohne Sorgen". Das ließ sich die anschließende Rede des OB nicht sagen. Die war satzweise in Moll komponiert.

23.01.2008, 18:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

<p>Gute Laune bei der Begrüßung, in der Rede dann viel Nachdenkliches: (v. l.) OB Gerhard Langemeyer, die Bürgermeister Birgit Jörder und Adolf Miksch sowie Handwerkskammer-Präsident Otto Kentzler. Menne</p>

<p>Gute Laune bei der Begrüßung, in der Rede dann viel Nachdenkliches: (v. l.) OB Gerhard Langemeyer, die Bürgermeister Birgit Jörder und Adolf Miksch sowie Handwerkskammer-Präsident Otto Kentzler. Menne</p>

"Das Jahr 2007 fing nicht so prickelnd an", war einer der ersten OB-Sätze seiner mit 18 Minuten ungewöhnlich kurzen Rede. Gut, für den Januar-Orkan Kyrill kann er nun wirklich nichts. Dann das geplatzte 3do-Projekt, in das er viel Arbeit gesteckt hat. Und im April schließlich ein schriller Misston in seinem eigenen Amt, dessen Echo bis heute nachhallt (siehe Lokalseite 1): Die Unterschlagungen durch eine Mitarbeiterin nannte Langemeyer einen "drastischen Kriminalfall", bei dem es "rückhaltlose Aufklärung" geben müsse.

Über eine Dur-Passage, den erfreulichen Rückgang der Arbeitslosigkeit, landete Langemeyer schnell wieder bei Moll: bei der Schließung des Bochumer Nokia-Werkes, die auch 200 Dortmunder den Job kosten dürfte. Der OB unter Beifall: "So geht's nicht."

Ein wichtiger Aspekt seiner Rede vor rund 1200 Zuhörern im Konzerthaus war die Bildung. Der Sozialstruktur-Atlas habe ungeschminkte Wahrheiten ans Licht gebracht. "Deshalb haben wir den Aktionsplan 'Soziale Stadt' aufgelegt."

Das Stadtoberhaupt macht zwei Felder aus, die es künftig intensiv zu beackern gelte: mehr und gute Arbeit schaffen und mehr und gute Bildung schaffen. "Wir wollen die Qualität im Bildungssystem zu einem kommunalen Thema machen", rief er. Beifall von den Rängen.

Mit Hinweisen auf fortschreitende Projekte wie den Phoenix-See oder das U wechselte die Tonlage zunehmend ins Beschwingte. Auf einen rhythmisch höchst beschwingten Termin freue er sich, ganz besonders: die Techno-Party "Love Parade" im Sommer.

Ein derartige musikalische Vorfreude wollten die Dortmunder Philharmoniker dem OB aber denn doch nicht machen. Sie setzten den musikalischen Part mit Lehárs "Lustiger Witwe" fort. jöh

Das Dortmund-Update

Der News-Podcast von Ruhr Nachrichten und Radio 91.2 - jeden Abend bestens informiert. Jetzt hier, bei Spotify, Apple Podcasts oder Deezer hören.

Dortmund am Abend

Täglich um 18:30 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter Über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Lesen Sie jetzt