Schalla-Prozess: Jetzt soll auch der Schwager des Angeklagten als Zeuge vernommen werden

Landgericht

Im Prozess um den Mord an Nicole-Denise Schalla soll nun auch noch der Schwager des Angeklagten als Zeuge gehört werden. Er soll den Richtern etwas über die Haarpracht von Ralf H. erzählen.

Dortmund

, 04.10.2019, 15:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Schalla-Prozess: Jetzt soll auch der Schwager des Angeklagten als Zeuge vernommen werden

Der Angeklagte Ralf H. zwischen seinen Verteidigern Christian Dreier (li.) und Gencer Demir. © Martin von Braunschweig

Ursprünglich war vorgesehen, dass im Prozess um die Ermordung der Schülerin Nicole-Denise Schalla 1993 Verteidigung und Staatsanwaltschaft an diesem Freitag (4.10.) ihre Plädoyers halten. Doch vor dem Landgericht Dortmund kam es anders.

Die Verteidiger des Angeklagten Ralf H. beantragten die Ladung des Schwagers des Angeklagten. Die Verteidiger sind weiterhin davon überzeugt, dass als Mörder der Schülerin nur ein unbekannter blonder Mann infrage kommt, der am Tatort zwei Haare hinterlassen hat.

Der Schwager soll als Zeuge bekunden können, dass der Castrop-Rauxeler im Oktober 1993 weder blondierte Haare noch eine Dauerwelle trug. Tatsache bleibt, dass an der unbekleideten Leiche der Schülerin DNA von Ralf H. gesichert werden konnte.

Plädoyers werden am 28. Oktober erwartet

Die Schlussvorträge werden nun am 28. Oktober erwartet. Richter Peter Windgätter hat angekündigt, dass dieser Verhandlungstag mehrere Stunden dauern könnte. „Wir müssen ja auch irgendwann einmal zu Potte kommen“, sagte der Vorsitzende am Freitag.

Unterdessen beklagte sich Ralf H. noch einmal lautstark über die seiner Ansicht nach unfaire Behandlung durch das Gericht. Er warf dem Vorsitzenden vor, „durchgeknallt“ zu sein. Die ganze Kammer sei offensichtlich besessen davon, ihn als Mörder der Schülerin zu verurteilen.

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