Scharnhorster hat eine Welt aus 1001 Nacht erschaffen

rnEin kunstvoller Garten

In Alt-Scharnhorst gibt es einen Garten, der an die Märchen aus 1001 erinnert. Besonders geheimnisvoll ist eine meist verschlossene Tür. Was sich wohl dahinter verbirgt?

Scharnhorst

, 05.09.2019, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dieter Gehl (81) war früher Stuckateur, und weil er somit schon von Berufs wegen über handwerkliches Geschick verfügt und als Rentner nicht nur im Fernsehsessel sitzen mag, hat er sich der Verschönerung seines Hauses und des Gartens verschrieben. Folge: Wer das gusseiserne Tor zum Anwesen der Gehls am Geraden Weg in Alt-Scharnhorst hinter sich gelassen hat, betritt unversehens und unvermutet eine wunderbare Welt wie aus 1001 Nacht.

Scharnhorster hat eine Welt aus 1001 Nacht erschaffen

Eine geheimnisvolle Tür, die nur an Mitsommernacht geöffnet werden darf und hinter der sich der Legende nach eine dunkle Höhle mit vielen Spinnweben befindet. © Andreas Schröter

Stimmt, sagt Dieter Gehl, er möge die orientalisch-verspielte Architektur zum Beispiel Marokkos mit ihren Rundbögen, Säulen und Mosaiken - etwas, das sich etwa im Wintergarten der Gehls widerspiegelt, der von vielen dünnen Säulen und Bögen gehalten wird. Wenn es ein Land gebe, in das er gerne noch mal reisen würde, dann wäre das Marokko. Seit 1952 wohnt Dieter Gehl am Geraden Weg, und seither hat er das Anwesen immer weiter verschönert.

Scharnhorster hat eine Welt aus 1001 Nacht erschaffen

Rundbögen und orientalisch anmutende Säulen halten den Wintergarten. © Andreas Schröter

Ein kleiner Clou ist zum Beispiel eine geheimnisvolle Tür vor einer Mauer im Garten. Für seine Enkel erzähle er gerne Geschichten, die sich um diese Tür ranken: Sie dürfe nur zur Mitsommernacht geöffnet werden, und dahinter befinde sich eine dunkle Höhle. Man brauche auf jeden Fall eine Taschenlampe und ein Seil, wenn man hineingehen wolle. Auch gebe es jede Menge Spinnweben. Einmal habe er eine Vorrichtung gebaut, mit der man die Tür wie von Geisterhand aus der Ferne öffnen konnte. Das habe Eindruck bei den Enkeln hinterlassen. Für die gibt‘s im Garten auch ein idyllisches und verstecktes Baumhaus, in dem man den Alltag ausblenden kann und das man nicht mehr verlassen mag, wenn man einmal drin ist.

Scharnhorster hat eine Welt aus 1001 Nacht erschaffen

Der Ritter Don Quichote und sein Esel sorgen im Garten für Ordnung. © Andreas Schröter

Dieter Gehl sagt über sich selbst, er könne nichts wegwerfen. Stattdessen bastele er aus alten Dingen lieber etwas kunstvoll Neues. Aus einem alten Kessel zum Beispiel sind Don Quichote und sein Esel geworden. Auch die Windmühle, gegen die der tapfere Ritter kämpft, ist vorhanden. Weiter im Repertoire hat Dieter Gehl, der weder ausstellt noch seine Werke zum Verkauf anbietet, eine Nofretete mit Sonnenrad und einen liegenden Buddha - „damit die Hühner im Garten etwas ruhiger werden“, wie er scherzhaft sagt. Und es gibt ein Werk, in dem zwei Menschen von einer Welt in die andere schreiten. Die Frau geht hinter dem Mann, weil sie in der Regel später diesen letzten Weg beschreitet als er.

Scharnhorster hat eine Welt aus 1001 Nacht erschaffen

Zwei Menschen beschreiten den Weg ins Jenseits. © Andreas Schröter

Seit 1936 existiere das Haus, in dem Dieter Gehl und seine Frau heute leben. Sein Großvater sei einer derjenigen gewesen, die beim Bau des Awo-Heims am Geraden Weg mitgeholfen haben. Gehl lobt die gute Nachbarschaft und auch sonst das Leben in Alt-Scharnhorst: Es gebe gute Einkaufsmöglichkeiten und gute Verkehrsanbindungen in die City.

Scharnhorster hat eine Welt aus 1001 Nacht erschaffen

Ein liegender Buddha sorgt für Ruhe im Garten. © Andreas Schröter

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