Schauspieler inszenieren Jagd auf Neonazis

Zentrum für politische Schönheit

Mit Theater-Waffen ausgestattete Schauspieler sind am Freitag "als Menschen aus der Zukunft" durch Dorstfeld gezogen, um die Bürger vor den Neonazis zu warnen. Symbolisch wollten sie "klare Kante" zeigen, weil Dortmund das bisher nicht gelungen sei. Sie inszenierten die Mord-Absichten eines Alt-Nazis und eine Jagd auf ihn.

DORTMUND

, 28.08.2015 / Lesedauer: 3 min

Aktualisierung 16.19 Uhr:

Nach rund einer Stunde ist die Kunstaktion schon wieder vorbei. Die Gruppe hat Dorstfeld verlassen. 

Aktualisierung 15.58 Uhr:

Die Schauspieler sind vom Wilhelmplatz zur Emscherstraße 2 gezogen - dem Wohnort einiger Neonazis. Dort stehen sie vor dem Eingang und fragen nach Siegfried "SS-Siggi" Borchardt. Die Rechten sind jetzt mit Kunst konfrontiert: Drei bis vier Neonazis, darunter Ratsherr Michael Brück, stehen im Eingang, filmen und fotografieren die Aktion, bleiben aber stumm. Die Schauspieler sind als solche erkennbar, das Kamerateam begleitet sie die ganze Zeit. Eine surreale Situation, so der Eindruck unserer Reporter. Auch die Polizei ist vor Ort.

#Dortmund#Dorstfeld Schauspieler bauen Nazis in Darstellung ein pic.twitter.com/gHo0ANasyg

— Peter Bandermann (@RN_Bandermann)

Erstmeldung 15.39 Uhr:

Hinter dieser provozierenden Aktion steht der künstlerische Leiter Philipp Ruch vom Zentrum für politische Schönheit in Berlin. Mit der Aktion "Die Toten kommen' tag='" hatten Aktivisten zuletzt auf die Lage der Flüchtlinge in Europa hingewiesen und damit große Öffentlichkeit erzeugen können. Denn sie schufen Gräber im öffentlichen Raum, zum Beispiel am Dortmunder Wall oder im Westpark. In Dortmund nehmen sich die Schauspieler nun die Neonaziszene vor.

Menschen aus der Zukunft warnen im Jahr 2015

Beginn war um 14 Uhr am Bühneneingang des Schauspiels. "Mit dem Verladen der Waffen", wie Philipp Ruch den Beginn der Aktion vorher ankündigte. Der Plan: Ein Stadtführer bringt "die Menschen aus der Zukunft" an Orte in Dortmund, an denen Nazis ihre Spuren hinterlassen haben. Diese Menschen aus der Zukunft wollen die Bürger im Jahr 2015 warnen. Ziel sollte auch Dorstfeld sein. In dem Stadtteil wohnen mehrere Neonazis und Mitglieder der Nazi-Partei "Die Rechte". 

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Kunstaktion in Dorstfeld

Mit Theater-Waffen ausgestattete Schauspieler ziehen am Freitag durch Dortmund, um die Bürger vor den Neonazis in der Stadt zu warnen. Ausgangspunkt ist das Schauspielhaus: Von dort aus sind die Schauspieler nach Dorstfeld aufgebrochen. Sie inszenieren die Mord-Absichten eines Alt-Nazis und eine Jagd auf ihn.
28.08.2015
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Mit Theater-Waffen ausgestattete Schauspieler sind "als Menschen aus der Zukunft" durch Dorstfeld gezogen, um die Bürger vor den Neonazis zu warnen.© Foto: Dieter Menne
Mit Theater-Waffen ausgestattete Schauspieler sind "als Menschen aus der Zukunft" durch Dorstfeld gezogen, um die Bürger vor den Neonazis zu warnen.© Dieter Menne Dortmund
Mit Theater-Waffen ausgestattete Schauspieler sind "als Menschen aus der Zukunft" durch Dorstfeld gezogen, um die Bürger vor den Neonazis zu warnen.© Dieter Menne Dortmund
Mit Theater-Waffen ausgestattete Schauspieler sind "als Menschen aus der Zukunft" durch Dorstfeld gezogen, um die Bürger vor den Neonazis zu warnen.© Dieter Menne Dortmund
Mit Theater-Waffen ausgestattete Schauspieler sind "als Menschen aus der Zukunft" durch Dorstfeld gezogen, um die Bürger vor den Neonazis zu warnen.© Dieter Menne Dortmund
Mit Theater-Waffen ausgestattete Schauspieler sind "als Menschen aus der Zukunft" durch Dorstfeld gezogen, um die Bürger vor den Neonazis zu warnen.© Dieter Menne Dortmund
Mit Theater-Waffen ausgestattete Schauspieler sind "als Menschen aus der Zukunft" durch Dorstfeld gezogen, um die Bürger vor den Neonazis zu warnen.© Dieter Menne Dortmund
Mit Theater-Waffen ausgestattete Schauspieler sind "als Menschen aus der Zukunft" durch Dorstfeld gezogen, um die Bürger vor den Neonazis zu warnen.© Dieter Menne Dortmund
Mit Theater-Waffen ausgestattete Schauspieler sind "als Menschen aus der Zukunft" durch Dorstfeld gezogen, um die Bürger vor den Neonazis zu warnen.© Dieter Menne Dortmund
Mit Theater-Waffen ausgestattete Schauspieler sind "als Menschen aus der Zukunft" durch Dorstfeld gezogen, um die Bürger vor den Neonazis zu warnen.© Dieter Menne Dortmund
Mit Theater-Waffen ausgestattete Schauspieler sind "als Menschen aus der Zukunft" durch Dorstfeld gezogen, um die Bürger vor den Neonazis zu warnen.© Foto: Dieter Menne
Mit Theater-Waffen ausgestattete Schauspieler sind "als Menschen aus der Zukunft" durch Dorstfeld gezogen, um die Bürger vor den Neonazis zu warnen.© Foto: Dieter Menne
An der Emscherstraße 2 - dem Wohnort einiger Neonazis - haben die Schauspieler um Einlass gebeten. Sie fragen nach Siggi Borchardt.© Foto: Peter Bandermann
Mit Theater-Waffen ausgestattete Schauspieler sind "als Menschen aus der Zukunft" durch Dorstfeld gezogen, um die Bürger vor den Neonazis zu warnen.© Foto: Dieter Menne
Mit Theater-Waffen ausgestattete Schauspieler sind "als Menschen aus der Zukunft" durch Dorstfeld gezogen, um die Bürger vor den Neonazis zu warnen.© Foto: Dieter Menne
Mit Theater-Waffen ausgestattete Schauspieler sind "als Menschen aus der Zukunft" durch Dorstfeld gezogen, um die Bürger vor den Neonazis zu warnen.© Foto: Dieter Menne
Mit Theater-Waffen ausgestattete Schauspieler sind "als Menschen aus der Zukunft" durch Dorstfeld gezogen, um die Bürger vor den Neonazis zu warnen.© Foto: Dieter Menne
Mit Theater-Waffen ausgestattete Schauspieler sind "als Menschen aus der Zukunft" durch Dorstfeld gezogen, um die Bürger vor den Neonazis zu warnen.© Foto: Dieter Menne
So hat unser Fotograf die Vorbereitungen am Schauspielhaus erlebt.© Foto: Peter Bandermann
Mit Theater-Waffen ausgestattete Schauspieler sind "als Menschen aus der Zukunft" durch Dorstfeld gezogen, um die Bürger vor den Neonazis zu warnen.© Foto: Dieter Menne
Mit Theater-Waffen ausgestattete Schauspieler sind "als Menschen aus der Zukunft" durch Dorstfeld gezogen, um die Bürger vor den Neonazis zu warnen.© Foto: Dieter Menne
Mit Theater-Waffen ausgestattete Schauspieler sind "als Menschen aus der Zukunft" durch Dorstfeld gezogen, um die Bürger vor den Neonazis zu warnen.© Foto: Dieter Menne
Ein Kamerateam begleitet die Schauspieler bei ihrer inszenierten Jagd auf Neonazis.© Foto: Tilman Abbegg
Die Schauspieler zeigen sich auch an der Emscherstraße 2 - dem Wohnort einiger Neonazis.© Foto: Tilman Abbeg
Kalaschnikow auf dem Rücken, Pistole in der Hand: So ziehen die Schauspieler durch Dorstfeld.© Foto: Peter Bandermann
Die Darsteller sprechen auf ihrer Suche nach den Nazis auch Passanten an.© Foto: Peter Bandermann
Die Schauspieler haben sich am Wilhelmplatz in Dorstfeld aufgemacht.© Foto: Peter Bandermann
Verkleidet "als Menschen aus der Zukunft" ziehen die Darsteller durch Dortmund, um Bürger vor den Neonazis in der Stadt zu warnen.© Foto: Peter Bandermann
Zahlreiche Kalaschnikow-Attrappen haben die Theater-Schauspieler mitgebracht.© Foto: Peter Bandermann
Die Darsteller haben sich am Bühneneingang des Schauspielhauses versammelt. Mit dabei: Kalaschnikow- und Axt-Attrappen.© Foto: Peter Bandermann
Zahlreiche Kalaschnikow-Attrappen haben die Schauspieler mitgebracht.© Foto: Peter Bandermann
Schlagworte Dorstfeld

Es handelt sich offenbar um eine Produktion in Kooperation mit dem WDR. Sendetermin ist der 8. September um 22.30 Uhr bei Westart. Philipp Ruch sagte, es handele sich nicht nur um eine schauspielerische Leistung. Die Teilnehmer wollten zeigen, welchen Standpunkt sie vertreten, so Ruch. In Dortmund müsse man mehr tun als bislang und "weiter gehen". Bislang ist unklar, von wem der Auftrag für die Produktion gekommen ist.

Inszenierter Mord-Plan

Das Schauspiel auf der Straße soll aussehen wie eine Jagd auf einen Dortmunder Alt-Nazi. Der wiederum plane den Mord an dem deutschen Schauspieler Til Schweiger. Schweiger engagiert sich für Flüchtlinge. Es gehe darum, den Mordabsichten tragenden Alt-Nazi zu finden und zu töten, was jedoch nur ein Schauspiel sei. Die Schauspieler tragen eine Kalaschnikow-Attrappe. Die Polizei wurde am Donnerstag (27.8.) über die Aktion auf offener Straße informiert. Sie beobachtet das Geschehen. Auch das Kamerateam von Westart ist dabei. Dafür soll zuvor eine Drehgenehmigung beschafft worden sein.

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