Scheibe des Piraten-Büros offenbar beschossen

Staatsschutz ermittelt

Die Geschäftsstelle der Dortmunder Piratenpartei ist in der Nacht zu Dienstag attackiert worden. Zwei Scheiben wurden zerstört, vermutlich wurden sie beschossen. Der Staatsschutz ermittelt - die Piraten selbst vermuten eine Attacke von Rechtsextremen. Jetzt sucht die Polizei nach Zeugen.

DORTMUND

, 16.06.2015, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Scheibe des Piraten-Büros offenbar beschossen

Das Büro der Piraten wurde angegriffen.

Aktualisierung Mittwoch 19.46 Uhr:

Die Polizei Dortmund hat vor wenigen Minuten eine Pressemitteilung zu diesem Vorfall veröffentlicht.  Laut einer Zeugin waren erst schussartige Geräusche zu vernehmen, dann rannte ein Mann in einem dunklen Kapuzenpullover vom Tatort weg. Er stieg in einen dunklen PKW der über die Märkische Straße in Richtung Innenstadt flüchtet, heißt es in der Mitteilung

Am Tatort stellten Polizeibeamte zwei Löcher in der Verglasung zum Büro fest und fanden eine Metallkugel auf. Die Ermittlungen zum Tathergang dauern an.

Ermittler des Dortmunder Staatsschutzes bitten nun um Hinweise von Zeugen. Unter der Rufnummer der Kriminalwache, (0231) 132 7441, können sich Zeugen rund um die Uhr melden.

Aktualisierung Dienstag 15.31 Uhr:

Inzwischen ist eine E-Mail aufgetaucht, die im Zusammenhang mit der mutmaßlichen Attacke auf das Büro der Piraten stehen könnte.  In dieser Mail, die offenbar an mehrere Institutionen, unter anderem an Vertreter der Piraten geschickt wurde, heißt es: „Gestern Nacht folgte die letzte Warnung“. Man wisse, wo Vertreter von Presse und Politik hausen würden und werde nicht mehr zögern. Der Absender schreibt weiter: „Sonst werden wir euch zum Herrgott depotieren. Ab heute wird zurückgeschossen.“ (Fehler im Original)

Die Polizei gibt an, von mindestens vier Adressaten zu wissen, die diese Mail erhalten haben. Die Ermittlungen sind aufgenommen, hieß es aus dem Polizeipräsidium.

Erstmeldung Dienstag 15.00 Uhr:

Gegen 2.20 Uhr, so gibt es ein Zeuge an, wäre er durch ein Geräusch aufmerksam geworden, es hätte sich angehört, als würde ein Projektil in eine Scheibe einschlagen. Kurz darauf habe er ein zweites Geräusch dieser Art gehört, einen Schuss oder etwas vergleichbares habe er zuvor nicht wahrgenommen. Als er dann aus dem Fenster geschaut habe, habe sich ein Wagen mit hohem Tempo von dem Büro an der Märkischen Straße entfernt.

Torsten Sommer, für die Piraten NRW im Landtag, äußert einen Verdacht. Es gab am Montag eine Demonstration von 45 Rechtsextremen an der Katharinentreppe gegenüber des Hauptbahnhofes. Auch Vertreter der Piratenpartei wären vor Ort gewesen, teilweise hätten sie das Geschehen in der Innenstadt gefilmt.

Sommer: „Ich halte die Attacke für eine Reaktion auf unsere Anwesenheit.“ Der Verdacht einer politisch motivierten Tat liege nahe, da sich die Piratenpartei offen gegen Rechtsextreme engagiere. Sommer weiter: „An sich ist diese Tat ein Teil einer Serie, ein Lokal hier in der Nähe, an dem wir unsere Piraten-Stammtische abhielten, wurde ebenfalls schon beschossen.“

Kleineren Reibereien

Bei der Demonstration am Montagabend war es zu kleineren Reibereien gekommen, den rechtsextremen Demonstranten hatten sich laut Polizeibericht 130 Gegendemonstranten entgegengestellt, darunter 45 Linksextreme. Die Rechten wurden daraufhin von Polizeibeamten zum Bahnhof eskortiert, dabei kam es, so die Polizei, zu verbalen und körperlichen Auseinandersetzungen. Schwer verletzt worden sei aber niemand.

Nachts dann also gegen 2.20 der Angriff, der Zeuge alarmierte die Polizei, die Beamten seien dann sehr schnell vor Ort gewesen. Die Spurensicherung war bereits da, aktuell ermittelt der Staatsschutz wegen Sachbeschädigung. Bisher sei eine Metallkugel gefunden worden.

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