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Schick uns gefälligst keine BVB-Werbung, Emma!

Meinung

Die Stadt hat der zwei Monate alten Tochter unseres Kolumnisten Alexander Kerlin einen Geburtstags-Gruß geschickt. Mit dabei: Werbepost von BVB-Maskottchen Emma. Das ist ganz schlechter Stil, findet Kerlin. Echte Liebe zu einem börsennotierten Unternehmen lässt sich nicht verordnen. Ein Plädoyer für die Trennung von BVB und Stadt.

DORTMUND

von Von Alexander Kerlin

, 04.11.2013 / Lesedauer: 3 min

Der Autor:
Alexander Kerlin ist Dramaturg am Theater Dortmund. Er schreibt für unsere Kolumne "Sterntagebuch", die alle 14 Tage im Dortmunder Lokalteil unserer Zeitung einen Blick hinter die Kulissen des Dortmunder Schauspiels erlaubt.

Als Kind hatte ich ein Buch über einen hungrigen Tiger, der bei seinem Besuch die Vorratskammer leer frisst und den Wasserhahn austrinkt. So etwa stell ich mir das vor, wenn diese riesige Biene (ganz „privat“) in unserer kleinen Wohnung vorbeischaut. Tellergroße, entsetzte Kinderaugen inklusive.Nein, ganz im Ernst, fleißige Emma: Ich habe deinen Brief nicht gemocht! Ich finde, dass meine Tochter ihren Lieblings-Verein eines Tages selbst aussuchen dürfen soll. Aber noch wichtiger: Es ist ganz schlechter Stil, eine Neugeborene auf diesem Weg als Kunde an ein börsennotiertes Unternehmen mit Rekordumsatz binden zu wollen.

„Echte Liebe“ kann man zwar gut vermarkten – verordnen lassen sollte man sie sich deshalb noch lange nicht. Auch weil ich Fußballfan bin: Dein Brief hat in einem Willkommensgruß von der Stadt nichts zu suchen – schließlich liegt da ja auch keine Kostprobe von Snickers oder ein Testfahrt-Gutschein für einen Porsche bei.

Dortmund ist samstags schwarzgelb, montags grau, wenn man verliebt ist knallbunt, freitagnachts sieht man hier alles doppelt, und wenn man das Theater sucht, hält man nach orangefarbenen Fahnen Ausschau.  

Der Autor:
Alexander Kerlin ist Dramaturg am Theater Dortmund. Er schreibt für unsere Kolumne "Sterntagebuch", die alle 14 Tage im Dortmunder Lokalteil unserer Zeitung einen Blick hinter die Kulissen des Dortmunder Schauspiels erlaubt.

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