Schlag mit Whiskyflasche: 36-Jähriger schwerst verletzt

Prozess vor dem Schwurgericht

Innerhalb einer Sekunde wurde er vom stämmigen Mann zum Pflegefall: Vor dem Schwurgericht hat am Mittwoch ein 36-jähriger Zeuge ausgesagt, der Opfer eines offenbar psychisch kranken Angreifers geworden ist. Dieser soll ihm im März eine volle Whiskyflasche auf den Kopf geschlagen haben.

Dortmund

24.08.2016, 16:35 Uhr / Lesedauer: 1 min

Das Opfer erlitt bei der Attacke multiple Schädelbrüche und Hirnverletzungen. Das Hirn schwoll so gefährlich stark an, dass die Ärzte ihn ins künstliche Koma versetzen und auf der Intensivstation behandeln mussten. Als der 36-Jährige wieder erwachte, war nichts mehr wie vorher. Er konnte seine Zunge kaum bewegen, die Lippen waren taub, jede Erinnerung an den Vorfall fehlte. „Das einzige, was ich sagen konnte, war: Mama, Papa, Butterbrot“, sagte der 36-Jährige den Richtern.

Inzwischen lernt der Mann langsam wieder sprechen. Er hat einen Betreuer an seiner Seite, doch längst ist nicht klar, ob er jemals wieder ganz gesund wird.

Der Beschuldigte hat sich noch nicht zu der Tat geäußert. Die Staatsanwaltschaft glaubt, dass er zur Tatzeit an schweren Wahnvorstellungen litt. Stimmen in seinem Kopf sollen ihm den Angriff auf den 36-Jährigen befohlen haben. In dem Prozess geht es deshalb auch nicht um eine Bestrafung wegen versuchten Totschlags, sondern allein um die Frage, ob der Beschuldigte unbefristet in ein psychiatrisches Krankenhaus eingewiesen werden muss.

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