Schmerzpatient darf kein Cannabis mehr anbauen

Entscheidung des Landgerichts

Obwohl er offiziell Cannabis konsumieren darf, darf der Dortmunder Schmerzpatient Andreas Wieczorek die Droge auch weiterhin nicht selbst anbauen. Verurteilt wurde der 46-Jährige am Mittwoch aber auch nicht. Das Verfahren wurde eingestellt - dank eines Gesetzes, das es noch gar nicht gibt.

DORTMUND

24.02.2016, 12:17 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der Schmerzpatient Andreas Wieczorek darf nicht weiter selbst Cannabis anbauen.

Der Schmerzpatient Andreas Wieczorek darf nicht weiter selbst Cannabis anbauen.

Andreas Wieczorek leidet seit Jahren unter extremen Schmerzen. Nur Cannabis kann die Qualen noch lindern. Deshalb gehört der 46-Jährige zu einer kleinen Gruppe, die offiziell Cannabis-Medikamente einnehmen darf. Da er sich genau diese Medikamente aber nicht leisten kann, hatte er im Keller seiner Dortmunder Wohnung ein paar eigene Pflanzen großgezogen.

In erster Instanz war er sogar freigesprochen worden. Auf Berufung der Staatsanwaltschaft musste der Prozess vor dem Dortmunder Landgericht allerdings noch einmal neu aufgerollt werden. Und auch dort zeigten sich die Richter sichtlich beeindruckt vom traurigen Schicksal des 46-Jährigen. Verurteilt hätten sie ihn aber wohl trotzdem. 

Geplantes Gesetz sieht Gratis-Cannabis für Patienten vor

Dass das Strafverfahren am Ende eingestellt wurde, hatte vor allem diesen Grund: Es ist gerade ein Gesetz in Vorbereitung, nachdem Cannabis in Zukunft kostenlos herausgegeben werden soll, wenn sich die Patienten die Medikamente nicht leisten können. Deshalb wäre die Schuld wohl eher gering.

Der Richter hatte sich am Ende der Verhandlung noch einmal persönlich an Andreas Wieczorek gewandt und gesagt: „Ich wünsche Ihnen, dass Sie Ihre Schmerzen ertragen können.“

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